FDP-Landesvorsitzender Frank Sitta fordert den Stadtrat zu „schnellem und entschlossenem Handeln“ auf, was die Genscher-Ehrungen, sprich Umbenennung von Orten, betrifft. In einer gemeinsamen Presseerklärung mit weiteren halleschen Persönlichkeiten betont er die herausragende Bedeutung Genschers für die Stadt Halle.
Sitta: „Genscher war einer der bedeutendsten Politiker der Bundesrepublik Deutschland. Er war ein treuer Botschafter unserer Stadt, immer stolz auf seine Heimatstadt und hat dies gern und ausführlich in der Welt verkündet. Er ließ es sich dabei auch nicht nehmen, seine Heimatstadt vielen bedeutenden Persönlichkeiten zu zeigen. Es wäre schön, wenn auch seine Heimatstadt endlich zeigen würde, wie stolz sie auf Hans-Dietrich Genscher und auf sein Lebenswerk ist. Dies gern auch an mehreren Orten.“
Sitta: „Genscher war einer der bedeutendsten Politiker der Bundesrepublik Deutschland. Er war ein treuer Botschafter unserer Stadt, immer stolz auf seine Heimatstadt und hat dies gern und ausführlich in der Welt verkündet. Er ließ es sich dabei auch nicht nehmen, seine Heimatstadt vielen bedeutenden Persönlichkeiten zu zeigen. Es wäre schön, wenn auch seine Heimatstadt endlich zeigen würde, wie stolz sie auf Hans-Dietrich Genscher und auf sein Lebenswerk ist. Dies gern auch an mehreren Orten.“
„Mir ist es außerdem wichtig zu betonen, dass es hier um eine Ehrung des Menschen und Politikers Hans-Dietrich Genscher geht und nicht um eine Ehrung der FDP. Die Vorgänge im Stadtrat lassen die Vermutung zu, dass einige Stadträte dies nicht trennen können und eher parteipolitisch motiviert vorgehen. Wenn im Stadtrat außerdem von der Gefahr übermäßiger Ehrung und von einer Geringschätzung seiner Leistungen für Halle die Rede ist, fehlen mir einfach nur die Worte.“ Sitta hat seine Pressemitteilung gemeinsam mit weiteren „bekannte Persönlichkeiten“ verfasst. Neben Cornelia Pieper (ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt) sind dies auch Bertram Thieme, Chef des Halleschen Dorinth-Hotels. In seinem Etablissement („Genschers Lieblingshotel“) befindet sich u.a. die Genscher-Suite mit einem seiner gelben Pullunder. Thieme fordert sogar, den Flughafen Halle-Leipzig nach Genscher zu benennen.
15 comments on “FDP will jetzt auch noch einen Genscher-Flughafen”
Gelbes Klopapier für alle !
Wie wärs mit einem Zusatz im Parteinamen:
FDP-Die Genscherpartei
Das wäre mit Sicherheit das schönste, wenn der Flughafen Leipzig/Halle den Beinamen Has-Dietrich-Genscher bekommen würde, nur wird da Leipzig nicht mitspielen.
Die würden den Flüghafen dann wohl eher nach ihrem langjährigem Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf benennen.
@SfK
Gelbes Toilettenpapier kannst du dir in jedem gut sortierten Drogeriemarkt und/oder Supermarkt kaufen.
In Cochstedt oder Opin, wäre das kein Problem.
Oder will die FDP hier einen neuen Großflughafen bauen. genügend Spezialisten könnten wir aus Berlin ordern.
Auf Wunsch des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro hat das kubanische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das einen posthumen Personenkult unterbinden soll. Die am Dienstag (Ortszeit) in Havanna einstimmig verabschiedete Vorlage schreibt fest, dass in Kuba keine Straßen, Plätze oder Gebäude nach Fidel Castro benannt werden dürfen. Auch dürfen keine Fidel-Castro-Statuen aufgestellt werden. Die Benutzung seines Namens für Werbe- oder andere kommerzielle Zwecke wird ebenfalls verboten.[…]
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1036724.kein-fidel-castro-platz-in-havanna.html
warum benennt Thieme nicht seine Hotels nach Genscher um?
@jörg
Wir sind hier aber nicht auf Kuba, sondern in Deutschland.
Manche Pressemeldungen gehören einfach in den Rundordner.
http://i.imgur.com/k1caeZU.jpg
Welche Prominenten gibt es den noch in der FDP.
Die glänzen doch nur durch Abwesenheit im Bunndestag und im Landtag. 😉
Das neue Verwaltungshochhaus am Thälmannplatz könnte man doch gelber Hans Dieterich nenne (so wie der lange Eugen)!
Das Dorinth wird umbenannt in HDG, der Herr Thieme ist da bestimmt schon ganz groß am Rudern…
Und andere Orte der Stadt möchten die Bürger nicht umbenannt haben. Willy Brandt sollte der letzte gewesen sein.
PS. Das Verkünden der Heimatstadt hat sich wohl nicht so niedergeschlagen, wie das Verkünden von Magdeburg als Landeshauptstadt. Jedenfalls ist die Industrie hier nicht gelandet, sondern nur die Billiglogistik. Ob das aber als Verdienst vom HD zu zählen ist ?
Zum ersten Mal habe ich etwas so Schwaches von Frank Sitta gelesen!
Nicht „einige Stadträte“, sondern er handelt im konkreten Fall „parteipolitisch motiviert“. Und das noch dazu in einer für ihn ungewöhnlichen plumpen Art.
Genscher hat als Politiker und Außenminister mehrfach gute Arbeit geleistet, insbesondere was die Überwindung der Teilung Europas und Deutschlands sowie des kalten Krieges anbetraf. Was er jetzt konkret für Halle Gutes getan hat, außer seine Herkunft nicht zu leugnen (Weshalb hätte er es eigentlich tun müssen?) leuchtet mir nicht ohne Weiteres ein.
Unabhängig jedoch davon gibt es einige zentrale Punkte in Genschers
Biographie und Politik, die von einem nicht kleinen Teil der Bevölkerung der früheren und heutigen Bundesrepublik Deutschland nicht als richtig und billig empfunden werden.
Genscher hat zusammen mit Graf Lambsdorff zielstrebig und mit nicht unbedingt transparenten Methoden den Sturz der Regierung Schmidt vorbereitet und im Oktober 1982 das Ende der sozialliberalen Ära endgültig herbeigeführt.
Genscher hat im quasi Alleingang ( nur mit Österreich war es abgestimmt) und unter Zuwiderlaufen von EG Übereinkommen zu einem völlig verfrühten Zeitpunkt Slowenien und Kroatien als selbständige Republiken anerkannt und somit den unkontrollierten Zerfall Jugoslawiens eingeleitet.
Was ihn dazu verleitet hat, wird sein Geheimnis bleiben oder werden vielleicht zukünftige Historiker doch erklären können. Aktuell ist jedoch der Vorwurf, Genscher sei für den Bürgerkriegsgräuel im ehemaligen Jugoslawien mitverantwortlich, nicht von der Hand zu weisen.
Dass die MZ keinen Kopf darüber macht, sondern ausschließlich in Manier alter Marktweiber früherer Zeiten einen Personenkult aufzuoktroyieren versucht, wundert mich nicht. Das Gegenteil hätte mich positiv überrascht. Dass auch Frank Sitta ins gleiche Horn bläst, enttäuscht mich.
Ist das eigentlich das einzige Thema, mit dem sich die FDP noch beschäftigt?
Glaube ich nicht. Dafür halte ich Frank Sitta für ausreichend klug. Sieht mir eher nach einer MZ-Kampagne aus, deren Opfer nun „Geschman“ geworden ist. Es scheint mir eher um einen hinterweltlerischen Kampf um Medienhoheit zu gehen. Feigl hat es ja eigentlich schon auf den Punkt gebracht: Er möchte nicht den Stadtrat in der Rolle als Getriebenen einer Medienkampagne sehen. Die MZ erweist meiner Meinung nach Genscher, der Stadt, ihrer „eigenen“ Partei und allen anderen demokratischen Parteien mit ihrer Kampagne einen Bärendienst. Genscher ist dabei zum Kollateralschaden geworden.