Magdeburg, 19. Januar 2026 – Nach den jüngsten Sirenen-Vorfällen in Halle und Querfurt sieht die FDP-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt dringenden Handlungsbedarf bei der digitalen Sicherheit. „Die Ereignisse haben schonungslos offenbart, wie verwundbar zentrale Systeme sind“, erklärte Konstantin Pott, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.
Pott betonte, dass Cybersicherheit mittlerweile zur Daseinsvorsorge gehöre und sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene höchste Priorität haben müsse. Die Fraktion fordert deshalb die Einführung eines Landes-Informationssicherheitsgesetzes sowie verbindliche Standards für Behörden und Kommunen.
Laut Pott verfügen bisher kaum Landkreise oder kreisfreie Städte in Sachsen-Anhalt über eigene Cybersicherheitskonzepte – ein Zustand, der angesichts wachsender Bedrohungen nicht tragbar sei. Gefordert werden unter anderem verpflichtende Mehrfaktorauthentifizierung, verlässliche Backup-Strukturen sowie klar definierte Zuständigkeiten für Krisenfälle.
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Schulung von Verwaltungsmitarbeitern: „Bei nahezu allen erfolgreichen Cyberangriffen spielt menschliches Fehlverhalten eine Rolle – oft reicht ein falscher Klick“, so Pott.
Auslöser der Forderungen waren zwei Vorfälle innerhalb weniger Tage: In Halle wurden vor rund einer Woche alle Sirenen ausgelöst, die Stadt geht von einem Cyberangriff aus. Am Freitag folgte ein weiterer Sirenenalarm in Querfurt. Die FDP sieht in diesen Ereignissen einen Weckruf für den digitalen Schutz kritischer Infrastruktur.