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Falscher Sirenenalarm in Halle: Stadt geht von Cyberangriff aus – Polizei ermittelt

Nach dem flächendeckenden Sirenenalarm am späten Samstagabend geht die Stadtverwaltung Halle (Saale) inzwischen von einem gezielten Cyberangriff auf das städtische Warnsystem aus. Das teilten Verantwortliche der Stadt am Montag bei einer Pressekonferenz mit. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Gegen 22.05 Uhr hatten am Samstag zahlreiche Sirenen im Stadtgebiet ausgelöst. Zusätzlich war über Lautsprecher eine Durchsage zu hören, in der von einem „Lockdown“ die Rede war. Der Alarm lief etwa 15 Minuten und sorgte bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für erhebliche Verunsicherung. Eine Warnmeldung über die Katastrophenschutz-App „Katwarn“ erfolgte zunächst nicht. Erst rund eine Stunde später sprach die Stadtverwaltung von einer „technischen Störung“.

Inzwischen hat sich die Einschätzung geändert. Ein Sprecher der Stadt erklärte gegenüber Medien, es könne ausgeschlossen werden, dass der Alarm durch eine Initiative der Stadt, des Landes oder des Bundes ausgelöst worden sei. Daher gehe man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem nicht autorisierten Zugriff auf das System aus. Besonders verdächtig sei die gesendete Durchsage: Diese gehöre nicht zu den offiziell hinterlegten Notfallansagen im städtischen Alarmsystem. Das spreche für einen externen Eingriff.

Die Stadt hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben mit Hochdruck, Hinweise auf mögliche Täter liegen bislang nicht vor. Auch Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang erklärte, der Vorfall werde sehr ernst genommen, die Landespolizei arbeite intensiv an der Aufklärung.

In der Bevölkerung löste der nächtliche Alarm Besorgnis aus. Mehrere Anwohner berichteten von Angst vor einem realen Notfallereignis. Eine Bewohnerin aus Halle-Neustadt sagte, die allgemeine Unsicherheit durch internationale Krisen sei ohnehin groß – zusätzliche Falschalarme verstärkten die Verunsicherung.

Vergleichbare Vorfälle hat es in der Vergangenheit bereits gegeben: In Troisdorf im Rheinland sowie in Dallas (USA) hatten Hacker Sirenensysteme manipuliert und Fehlalarme ausgelöst. In beiden Fällen spielten veraltete oder unzureichend geschützte Systeme eine Rolle.

Ob es sich in Halle tatsächlich um einen Hackerangriff, einen technischen Fehler oder menschliches Fehlverhalten handelt, sollen die laufenden Untersuchungen klären.

Quelle: Mehrere Medien, Angaben aus der Pressekonferenz der Stadtverwaltung Halle

6 comments on “Falscher Sirenenalarm in Halle: Stadt geht von Cyberangriff aus – Polizei ermittelt”

  1. Schon bei der Durchsage „Lockdown“ hätte ja klar sein müssen, dass da Putins rechte Freunde aus dem Sumpf zwischen AfD, Nazis und Querdenkern ihre Finger drin hatten.

  2. Also trotz Kartoffelqualität der Aufnahme klingt es eher nach „Active Shooting in progress, lockdown, lockdown, lockdown“ was im Prinzip einfach eine 0815 Durchsage wäre.

    Erschreckender wäre dann wohl eher die beschissene Sicherung. Aber gut, ist halt Halle.

  3. Nix idee schrieb „klingt es eher nach „Active Shooting in progress, lockdown, lockdown, lockdown“ was im Prinzip einfach eine 0815 Durchsage wäre“.

    Du meinst ernsthaft, die Stadt Halle macht die Ansagen auf Englisch?

    Das passiert allenfalls in der Straßenbahn zu den Händelfestspielen.

  4. Mein Tip ( Also ohne irgendwelche spezielle Ahnung zu haben) : Unter den Angehörigen der „Sicherheitsberufe“ befinden sich -(das überrascht nicht, Testosteronkumpls mit Komplexen) ziemlich viele Leute, die eine andere „Ordnung“ haben wollen. Man muss vermutlich nicht weit außerhalb der Laterne suchen.

  5. Nein, ich meine nicht, die Stadt Halle macht ansagen (nur) auf Englisch. Aber hat vermutlich weniger mit Corona Lockdown zu tun. Würden diese Sicherheitsberufe dann nicht aber eine Deutsche Ansage nehmen?

  6. Deshalb ja meine Vermutung, aus welcher richtung der Quatsch kommt. Das Motiv ist doch sonennklar. Spannend ist nur die Frage, wer den zugriff auf das Syetm hat. Wenn z.B. alle freiwilligen Feuerwehren usw. da den Zugriff haben, würde mich nichts wundern. Oder wenn jemand nach seiner Entlassung den „Schlüssel“ behäl“, und dann aus Frust…

    Hoffentlich kommt es raus, wo die Lücke ist.

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