Die Spitzenkandidatin der Linken für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, hat sich gegen Forderungen nach verstärkten Abschiebungen ausgesprochen. Im Interview mit MDR AKTUELL erklärte die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, wer sich mehr Abschiebungen wünsche, solle ihre Partei nicht wählen.
Von Angern kritisierte die aus ihrer Sicht einseitige Migrationsdebatte. Statt vor allem über Kriminalität und Abschiebungen zu sprechen, müsse stärker der Beitrag von Menschen mit Migrationshintergrund für Sachsen-Anhalt in den Blick genommen werden. Sie verwies unter anderem auf deren Bedeutung für Kitas und das Gesundheitswesen.
Mit Blick auf die rund 5.000 ausreisepflichtigen Menschen im Land sagte die Linken-Politikerin, zusätzliche Abschiebungen würden die bestehenden Probleme nicht lösen. Die Debatte werde ihrer Ansicht nach in die falsche Richtung geführt.
Nach der Landtagswahl am 6. September erwartet von Angern zudem, dass CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze im Sinne seiner Regierungsverantwortung auch Gespräche mit der Linken führt. Sie betonte, sie erwarte keinen „Liebesbrief“, sondern einen sachlichen Austausch mit allen demokratischen Parteien.
Zugleich bekräftigte die Linke ihre Bereitschaft, gemeinsam mit anderen demokratischen Kräften eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. Der Schutz von Demokratie, Grundrechten und der Unabhängigkeit der Justiz sei dabei der gemeinsame Nenner.