Am heutigen Europäischen Radontag warnt Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann vor den Gefahren des radioaktiven Edelgases Radon, das auch in Sachsen-Anhalt verstärkt vorkommt. Besonders in den Regionen Harz und südliches Harzvorland wird eine hohe Radon-Konzentration im Boden gemessen, die gesundheitliche Risiken mit sich bringt, wenn das Gas sich in Häusern ansammelt. Willingmann betont: „Radon kann man nicht sehen, riechen oder schmecken, aber es ist eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. In Kombination mit Rauchen und Feinstaub stellt Radon ein bedeutendes Gesundheitsrisiko dar.“
Die Landesregierung bietet in Kooperation mit Radonova Laboratories weiterhin kostenlose Radon-Messboxen für Privathaushalte in Sachsen-Anhalt an. Es sind noch einige Boxen verfügbar, und Interessierte können sich diese bequem über einen Webshop bestellen und an ihre Adresse liefern lassen. Diese Messboxen müssen dann für mehrere Monate im untersten Wohngeschoss des Hauses platziert werden, und nach der Messung können die Ergebnisse zurückgesandt werden, um festzustellen, ob Maßnahmen zum Radonschutz erforderlich sind.
Die Messkampagne richtet sich an alle Privathaushalte, unabhängig davon, ob es sich um Mietwohnungen, Eigenheime oder Reihenhäuser handelt. Ziel ist es, eine breite Datenbasis zur Radon-Verteilung im Land zu sammeln und den Betroffenen individuelle Schutzmaßnahmen zu empfehlen. „Wer sein Risiko kennt, kann sich gezielt schützen“, erklärt Willingmann.
Radon ist ein radioaktives Gas, das natürlich im Boden vorkommt und durch den Zerfall von Uran und Thorium entsteht. In geschlossenen Räumen kann es sich anreichern und gesundheitsschädlich wirken, da es durch Einatmen in die Lunge gelangt und dort das Risiko für Lungenkrebs erhöhen kann. Besonders in Regionen mit hohem Uran- oder Thoriumgehalt im Boden ist die Gefahr eines erhöhten Radongehalts größer.
Die Messung mit den Radonboxen ist kostenlos, und nach Auswertung der Ergebnisse erhalten die Teilnehmenden eine Rückmeldung über mögliche Risiken und Empfehlungen zum Schutz. Weitere Informationen und die Anmeldung für die Radon-Messkampagne sind auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt verfügbar.