Die wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt bleibt angespannt: Im ersten Quartal 2025 setzte sich der bereits seit Herbst 2022 zu beobachtende Rückgang der Erwerbstätigkeit fort. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, hatten im Zeitraum Januar bis März dieses Jahres rund 980.000 Personen ihren Arbeitsort im Bundesland – 5.200 weniger als im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entspricht.
Besonders betroffen war erneut das Produzierende Gewerbe, das einen Rückgang um 4.500 Erwerbstätige verzeichnete. Innerhalb dieses Bereichs fiel der Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe mit -3.400 Personen besonders deutlich aus. Auch die Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei verzeichnete einen leichten Rückgang um 300 Erwerbstätige. Im breit gefassten Dienstleistungssektor sank die Zahl insgesamt ebenfalls, wenn auch nur geringfügig um 400 Personen.
Einen Lichtblick bildete dagegen der Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung, Gesundheit sowie Private Haushalte“, der als einziger Teilbereich eine Zunahme um 2.600 Erwerbstätige verzeichnen konnte. Dies weist auf die weiterhin wachsende Bedeutung sozialer und gesundheitlicher Dienstleistungen im strukturellen Wandel des Landes hin.
Auch bundesweit ging die Erwerbstätigkeit im ersten Quartal 2025 leicht zurück. Mit einem Minus von 60.000 Personen entsprach dies einem Rückgang von 0,1 Prozent auf nunmehr 45,8 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Während Hamburg ein leichtes Wachstum verzeichnen konnte (+0,6 %), war der Rückgang im Saarland mit -1,0 % am stärksten ausgeprägt.
Saisonbereinigt ergibt sich ebenfalls ein klares Bild: Gegenüber dem vierten Quartal 2024 verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt um 14.200 Personen (-1,4 %). Das ist stärker als im Bundesdurchschnitt (-0,9 %) und entspricht exakt dem ostdeutschen Mittelwert (ohne Berlin). Alle Wirtschaftsbereiche waren vom saisonalen Rückgang betroffen – erneut am stärksten das Produzierende Gewerbe (-3.800 Personen), der Bereich Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (-3.700 Personen) sowie Finanz- und Unternehmensdienstleistungen einschließlich Immobilienwesen (-3.100 Personen).
Die Zahlen verdeutlichen nicht nur kurzfristige Schwankungen, sondern auch einen längerfristigen strukturellen Wandel. Während Sachsen-Anhalt im Jahresdurchschnitt 2022 noch 996.400 Erwerbstätige zählte, waren es 2024 nur noch 990.400. Die aktuelle Zahl von 980.000 Erwerbstätigen zum Jahresbeginn 2025 markiert somit den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren.
Einordnung und Ausblick
Der anhaltende Rückgang der Erwerbstätigkeit stellt das Land vor wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Herausforderungen. Die Belastung traditioneller Industriesektoren zeigt sich deutlich, während zukunftsträchtige Bereiche wie Gesundheit und Bildung zwar wachsen, aber den Rückgang in anderen Sektoren bislang nicht kompensieren können.
Die Daten stammen aus der Erwerbstätigenrechnung der Länder (AK ETR), die vom Statistischen Bundesamt gemeinsam mit den Statistischen Landesämtern und dem Deutschen Städtetag erarbeitet wird.
One comment on “Erwerbstätigkeit in Sachsen-Anhalt sinkt weiter: Deutlicher Rückgang im Produzierenden Gewerbe”
So eine minimale Veränderung: Renteneintritt, Todesfälle, Fachkräftemangel und zu wenig Zuwanderung
wären als Gründe möglich. Angeblich ist doch der IFO-Index wieder gesteigen, Auftragslagen sind nicht schlecht also was sagt diese Nachricht aus ? Bessere Recherche täte Not, auch bei einem Onlinedienst.