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Erneute Insolvenz in Leuna: Rettung des früheren Domo-Werks gescheitert. Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung.

Nur wenige Monate nach der Hoffnung auf einen Neuanfang steht das ehemalige Domo-Werk in Leuna erneut vor einer ungewissen Zukunft. Die Auffanggesellschaft Polyamid GmbH, die den Betrieb erst Anfang des Jahres übernommen hatte, hat Insolvenz angemeldet. Damit ist der Rettungsversuch für den traditionsreichen Chemiestandort vorerst gescheitert.

Die neue Insolvenz trifft einen Betrieb, der bereits Ende 2025 in Schwierigkeiten geraten war. Damals hatten die deutschen Tochtergesellschaften des belgischen Chemiekonzerns Domo Insolvenz angemeldet. Durch die Gründung der Polyamid GmbH und die Fortführung der Produktion schien das Aus für den Standort zunächst abgewendet. Noch im April wurde die Übernahme als Erfolg gewertet.

Nach Angaben des Unternehmens haben jedoch die jüngsten Verwerfungen auf den internationalen Rohstoffmärkten die wirtschaftliche Lage erheblich verschärft. Als wesentliche Ursache werden die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten genannt. Gestiegene Rohstoffpreise sowie die Forderung von Lieferanten nach Vorkasse hätten die Liquidität des Unternehmens stark belastet.

Trotz des Insolvenzantrags soll die Produktion zunächst weiterlaufen. Für die Beschäftigten bedeutet dies zwar vorerst eine gewisse Sicherheit, langfristig bleibt die Zukunft des Standorts jedoch offen. Das Werk gehört zu den wichtigen Industrieunternehmen im Chemiepark Leuna und ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Region.

Zusätzlich beschäftigt die Entwicklung inzwischen auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen drei ehemalige Geschäftsführer der früheren Domo Caproleuna GmbH wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung. Dabei wird geprüft, ob die ursprüngliche Insolvenz rechtzeitig angemeldet wurde. Ergebnisse liegen bislang nicht vor; für die Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

Die erneute Insolvenz stellt nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Industriepolitik des Landes vor neue Herausforderungen. Nachdem Sachsen-Anhalt die Fortführung des Betriebs unterstützt hatte, droht nun erneut ein Rückschlag für einen der bedeutendsten Chemiestandorte Ostdeutschlands.

(Mit Infos von MDR)

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