Die Ermittlungen gegen ein mitteldeutsches Netzwerk von Hals-Nasen-Ohrenarztpraxen haben sich ausgeweitet. Wie aus Informationen des MDR Sachsen-Anhalt hervorgeht, richtet sich der Verdacht inzwischen gegen 19 Personen. Zuvor waren die Behörden von 14 Beschuldigten ausgegangen.
Im Zentrum der Ermittlungen steht die sogenannte Kopfzentrum-Gruppe mit Sitz in Leipzig. Ihr werden unter anderem Abrechnungsbetrug sowie möglicherweise medizinisch nicht notwendige Operationen vorgeworfen. Zu dem Netzwerk gehört auch ein Praxisstandort in Halle (Saale), der sich im Bereich des Hauptbahnhofs befindet.
Bereits im Herbst 2022 hatten Ermittlungsbehörden im Rahmen einer groß angelegten Razzia mehrere Standorte in verschiedenen Bundesländern durchsucht. Rund 300 Einsatzkräfte waren beteiligt und stellten dabei umfangreiche Unterlagen sicher, darunter Patientenakten und digitale Daten. Details zu den laufenden Ermittlungen werden weiterhin nur eingeschränkt bekannt gegeben.
Im Fokus steht auch der frühere Geschäftsführer der Gruppe, gegen den möglicherweise bereits im Juni 2026 ein Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Leipzig beginnen könnte. Wann es zu weiteren Anklagen gegen andere Beschuldigte kommt, ist derzeit noch offen.
Die Ermittlungen dauern an und betreffen ein weit verzweigtes Netzwerk im medizinischen Bereich, das über mehrere Standorte in Mitteldeutschland verfügt.