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Erinnern zwischen Buchseiten und Brückenpfeilern: Ausstellung zur Zerstörung Halles Saalebrücken nun auf der Ziegelwiese

Zwischen Sommergrün und Saalerauschen lädt eine stille Galerie zum Innehalten ein: Auf der Ziegelwiese, direkt an der Peißnitzbrücke, ist ab dem 20. Juni erneut die Freiluftausstellung „Halles Brücken – 1945 und heute“ zu sehen. Die als überdimensionale Bücher gestalteten Aufsteller erzählen von einer Zeit, in der sich über der Saale nicht nur Brücken spannten, sondern auch Frontlinien verliefen.

Die Präsentation war bereits im April an der Giebichensteinbrücke mit großer Resonanz angenommen worden. Nun kehrt sie, gleichsam erweitert um sommerliche Spaziergänger, in die Mitte der Stadt zurück. Die neun Brücken, die am 14. April 1945 von der Wehrmacht gesprengt wurden, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung – samt historischen Fotografien, alten Postkarten, Berichten über ihre Zerstörung und dem mühseligen Wiederaufbau nach Kriegsende.

Zwischen den Buchseiten offenbart sich nicht nur bauliche, sondern auch menschliche Geschichte. Denn Halles Brücken waren stets mehr als Wege über das Wasser – sie waren Orte des Kommens, Gehens und Bleibens, Lebensadern der Stadt und zugleich Zeugen des Zusammenbruchs.

Die Schau ist Teil des städtischen Themenjahres „Stadt der Brücken. Kommen. Gehen. Bleiben.“ und reiht sich in das Gedenken an 80 Jahre Kriegsende ein. Konzipiert wurde sie in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Roter Ochse und dem Stadtarchiv – zwei Institutionen, die das Gedächtnis der Stadt lebendig halten.

Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Ende August kostenfrei zugänglich. Ein Spaziergang über die Peißnitz wird damit auch zu einem Weg durch Halles bewegte Geschichte.



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