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Entlastung mit Einschränkungen: Handwerk begrüßt Maßnahmen, mahnt aber Nachbesserungen an.

Die Bundesregierung hat ein neues Entlastungspaket für die Wirtschaft beschlossen – und erhält dafür verhaltenen Zuspruch aus dem Handwerk. Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, nennt die Maßnahmen einen „ersten Schritt in die richtige Richtung“. Insbesondere die geplanten Sonderabschreibungen auf bewegliche Wirtschaftsgüter in Höhe von 30 Prozent jährlich und die ab 2028 beginnende, gestaffelte Senkung der Körperschaftsteuer stoßen auf Zustimmung.

Doch der lobenden Worte folgt sogleich die kritische Einordnung: „Wir müssen aber gleichzeitig Wasser in den Wein gießen“, so Keindorf. Die Senkung der Körperschaftsteuer komme viel zu spät – erst zum Ende der laufenden Legislaturperiode. Zudem gingen viele Handwerksbetriebe leer aus, da sie gar keine Körperschaftsteuer, sondern Einkommensteuer zahlen. Für sie bleibe lediglich die vage Aussicht auf eine Reduzierung des Steuersatzes für nicht entnommene Gewinne – eine Maßnahme, deren Umsetzung bislang schon nicht funktioniert habe.

Die Bundesregierung sende mit dem Paket zwar ein Zeichen des Entlastungswillens, doch das Handwerk äußert Zweifel, ob dies tatsächlich die wirtschaftliche Dynamik entfesseln könne. „Brisantere Themen sind aus unserer Sicht die anhaltend hohe Bürokratiebelastung und die steigenden Sozialversicherungsabgaben“, warnt Keindorf. Diese Faktoren wirkten weiterhin wie ein Bleigürtel für viele kleine und mittelständische Betriebe.

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