Halle (Saale), 29. April 2026. Die Verbraucherpreise in Sachsen-Anhalt sind im April spürbar gestiegen. Nach Angaben des Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt kletterte der Verbraucherpreisindex auf 127,3 Punkte (Basisjahr 2020 = 100). Damit lagen die Preise um 3,1 Prozent über dem Vorjahresniveau und um 1,0 Prozent über dem März 2026.
Energie als Haupttreiber
Besonders stark wirkten sich die Energiekosten auf die Inflation aus. Insgesamt verteuerten sich Energiepreise im Jahresvergleich um 12,4 Prozent. Deutlich überdurchschnittliche Anstiege gab es bei:
- Dieselkraftstoff (+44,6 %)
- Heizöl inklusive Betriebskosten (+33,2 %)
- Flüssiggas (+31,1 %)
- Superbenzin (+24,0 %)
Demgegenüber wurden einige Energieträger günstiger: Strom (-1,4 %), Erdgas (-2,0 %) und Fernwärme (-2,5 %) verzeichneten Preisrückgänge.
Weitere Preisentwicklungen
Auch in anderen Bereichen zogen die Preise an. Im Bildungswesen stiegen sie um 6,6 Prozent, insbesondere durch höhere Studien- und Immatrikulationsgebühren (+14,7 %) sowie steigende Entgelte für Schulen und Kinderbetreuung.
Im Verkehrsbereich lagen die Preise um 3,3 Prozent über dem Vormonat, was vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Bekleidung und Schuhe verteuerten sich um 1,5 Prozent.
Moderater fiel die Entwicklung bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken aus, die lediglich um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegten. Alkohol und Tabakwaren wirkten mit einem Plus von 0,3 Prozent leicht dämpfend.
Unterschiedliche Entwicklungen nach Bereichen
Während Möbel und Haushaltsgeräte weitgehend stabil blieben (+0,2 %), zeigten sich bei Dienstleistungen teils stärkere Anstiege. Versicherungen etwa verteuerten sich um 4,7 Prozent im Jahresvergleich.
Gesamtbild
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass vor allem Energiepreise die Inflation antreiben, während sich andere Bereiche uneinheitlich entwickeln. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate deutlich niedriger gelegen.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt