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Ein Leben für die Demokratie: SPD würdigt Dr. Jürgen Weißbach

Zum Tod eines prägenden Sozialdemokraten, der Ost und West zusammenzudenken wusste

Die hallesche SPD trauert um Dr. Jürgen Weißbach. Mit großer Betroffenheit hat die Partei vom Tod des langjährigen Gewerkschafters und Sozialdemokraten Kenntnis genommen, der über Jahrzehnte hinweg das politische und kulturelle Leben in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus entscheidend mitgestaltet hat.

„Jürgen Weißbach hat sich in den Jahrzehnten seines aktiven öffentlichen Wirkens als Gewerkschafter und als Sozialdemokrat verdient gemacht“, würdigte der SPD-Vorsitzende von Halle, Peter Dehn, das Wirken des Verstorbenen. Besonders hob Dehn die verbindende Lebensleistung Weißbachs hervor: „Er war der Inbegriff des gesamtdeutschen Homo Politicus, der die trennenden Begrifflichkeiten von Ost und West mit seiner Lebensgeschichte auflöste und im wahrsten Sinne des Wortes vereinte.“

Weißbach, der sein Leben in den Dienst demokratischer Erneuerung und sozialer Gerechtigkeit stellte, gehörte zu jenen Persönlichkeiten, die unmittelbar nach der Friedlichen Revolution Verantwortung übernahmen. Sein Blick war stets auf die Versöhnung gesellschaftlicher Kräfte gerichtet – mit besonderem Augenmerk auf die soziale Verantwortung von Wirtschaft und Politik.

Ein besonderes Anliegen war ihm die Kulturpolitik: Er setzte sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung bedeutender kultureller Institutionen ein, deren Existenz im Umbruch der 1990er Jahre oft auf dem Spiel stand. Auch die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft wusste er zu würdigen – und zu schützen: Als Vertreter der Gewerkschaften war Weißbach viele Jahre Mitglied im Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und prägte dessen Entwicklung mit wachem Geist und kritischer Fürsorge.

Sein politisches Engagement endete nie – auch im hohen Alter blieb er ein fragender, beratender, mitfühlender Teil der sozialdemokratischen Gemeinschaft. „Als Sozialdemokrat hat er sich bis zuletzt engagiert und mit seiner menschlichen Anteilnahme eine bleibende Vorbildfunktion gehabt. Er wird uns fehlen“, so Peter Dehn.

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