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Ein Eis als Dankeschön: privater Blutspendedienst bittet Hallenser zum Aderlass

Der Blut- und Plasmaspendedienst Haema verzeichnet in Halle (Saale) derzeit eine geringere Spendenbereitschaft. Vor allem an heißen Sommertagen bleiben viele Spenderliegen leer. Der privatwirtschaftlich organisierte Dienstleister warnt daher vor möglichen Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven.

Während viele Menschen den Sommerurlaub genießen, fehlt es an Spenderinnen und Spendern. Der Bedarf in Krankenhäusern bleibt jedoch konstant hoch. Haema erinnert daran, dass Blutpräparate nicht künstlich hergestellt werden können und nur begrenzt haltbar sind. Auch in der Ferienzeit sind sie für die medizinische Versorgung unerlässlich.

Statistisch gesehen ist jeder dritte Hallenser im Laufe seines Lebens auf eine Blutspende angewiesen. Dennoch spenden aktuell nur rund drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig. Laut Haema käme etwa ein Drittel grundsätzlich für eine Spende infrage – gesunde Erwachsene ab 18 Jahren mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm. Die Altersstruktur erschwert die Lage zusätzlich: Viele derzeit aktive Spender gehören zur Babyboomer-Generation und werden perspektivisch altersbedingt ausfallen.

Haema appelliert daher besonders an junge Menschen, jetzt zu spenden. Im klimatisierten Spendezentrum in der Neustädter Passage 17 A erwartet Spenderinnen und Spender nach dem Aderlass ein kleines Dankeschön in Form eines Eises. Dass sich der wirtschaftliche Nutzen einer Blutspende für das Unternehmen jedoch deutlich über diesen symbolischen Aufwand hinaus bewegt, wird öffentlich selten thematisiert. Noch vor drei Jahren erhielten Spender bei Haema wenigstens noch eine Aufwandsentschaedigung von 20 Euro, wenn man einem Bericht der Tagesschau glauben darf.

Haema ist Teil des international tätigen Gesundheitskonzerns Grifols, der aus gespendetem Blutplasma biopharmazeutische Medikamente herstellt und weltweit vertreibt. In Deutschland betreibt Haema 40 Spendezentren. Die Spenden fließen nicht nur in die direkte Versorgung von Krankenhäusern, sondern auch in industrielle Verarbeitungsprozesse zur Herstellung von Medikamenten – etwa zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder in der Onkologie.

Neben klassischen Blut- und Plasmaspenden bietet Haema auch Thrombozyten- und Leukozytenspenden an, die unter anderem für moderne Zelltherapien wie die CAR-T-Zelltherapie genutzt werden. Hierfür arbeitet Haema unter anderem mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig zusammen.

2 comments on “Ein Eis als Dankeschön: privater Blutspendedienst bittet Hallenser zum Aderlass”

  1. Altruistischer Konzern!
    „Grifols erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Rekordumsatz von 7,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von etwa 10,3% gegenüber dem Vorjahr“
    „Der ausgewiesene Nettogewinn für das Jahr 2024 lag bei 157 Millionen Euro. Dies stellt eine deutliche Steigerung von rund 271% im Vergleich zum Vorjahr dar“

  2. Ganz toll. Das DRK argumentiert ja immerhin, dass es die Gewinne aus dem Blutverkauf ganz gemeinnützig reinvestiert. Z.B für. Geschäftsführergehälter, die man für versorgungsbedürftige CDUler bezahlt. Auch Haema bezahlt Geschäftsführer, Laboreinrichtungen usw. Allerdings nicht gemeinnützig, die müssen dafür nämlich auch noch Steuern abführen.
    Ich darf mal wetten: das Gesundheitssystem zahlt etwa das Gleiche für die Konserve bei Haema wie beim DRK. Spannende Frage: Warum kostet Das Blut vom gemeinnützigen DRK genau so viel wie bei Haema?

    Wer gemeinnützig Blut spenden will, sollte sich in Halle beispielsweise besser an die Uniklinik wenden. Diese Wohlfahrtsindustrie, heißen sie nun Haema oder DRK, kommt mir immer suspekter vor.

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