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DOMO meldet Insolvenz an – Betrieb in Leuna läuft zunächst weiter

Der Chemieverbund DOMO hat für drei Gesellschaften in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet. Zwei der betroffenen Unternehmen haben ihren Sitz im Chemiepark Leuna. Insgesamt sind rund 585 Beschäftigte betroffen, davon mehr als 500 am Standort Leuna.

Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters wird der Betrieb zunächst ohne Unterbrechung fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind für einen Zeitraum von drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. Parallel werden Sanierungsoptionen geprüft. Dazu zählen sowohl eine mögliche Investorenlösung als auch Verhandlungen mit Gläubigern.

Der Infrastrukturbetreiber InfraLeuna bezeichnet DOMO als einen der größten Chemieproduzenten in Mitteldeutschland und als wichtigen Bestandteil des Chemieparks. Auch das Land Sachsen-Anhalt begleitet den Prozess. Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) erklärte gegenüber dem MDR, es werde geprüft, welche Unternehmensbereiche dauerhaft erhalten werden können. Ein Insolvenzverwalter sowie Fachkräfte vor Ort seien bereits mit der Sicherung des Betriebs befasst.

Als Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage nennt DOMO eine seit Jahren schwache Nachfrage in der europäischen Chemieindustrie, hohe Energiepreise sowie zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Billigimporte. Das Unternehmen produziert Polymere, technische Kunststoffe und Hochleistungsfasern, die unter anderem in der Automobilindustrie, im Bauwesen sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie eingesetzt werden.

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