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Digitale Medien: Leopoldina und Fachverbände fordern strengeren Schutz für Kinder

Die Debatte um den Einfluss sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen Tagen neuen Schwung erhalten. Nachdem die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einem Diskussionspapier strengere Regulierungen und klare Altersgrenzen angeregt hatte, meldet sich nun auch der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (bkj) zu Wort.

Die Leopoldina hatte in ihrer Analyse betont, dass soziale Medien sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken bergen. Insbesondere die Gefahr von Suchtverhalten, Cybermobbing und der ständigen Erreichbarkeit könne sich negativ auf die mentale Gesundheit junger Menschen auswirken. Sie empfahl unter anderem strengere Datenschutzauflagen, klare Kennzeichnungen manipulativer Inhalte und eine bessere Medienbildung in Schulen.

Dr. Inés Brock-Harder, Vorsitzende des bkj, unterstützt diese Einschätzungen, mahnt aber zugleich an, Kinder und Jugendliche aktiv in die Debatte einzubeziehen:
„Kein Thema betrifft fast alle jungen Menschen so unmittelbar wie ihre Smartphonenutzung. Deshalb muss die Gesellschaft mit ihnen darüber sprechen, nicht nur über sie.“ Brock-Harder warnt vor reinen Verboten, die von Jugendlichen oft als Herausforderung begriffen würden. Stattdessen fordert sie Beteiligungsformate wie die Bundesjugendkonferenz sowie breit angelegte Aufklärungskampagnen – auch für Eltern.

Der bkj sieht in der aktuellen Diskussion eine Chance, den „Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung“ des Bundesjugendministeriums konkret zu nutzen. Gemeinsam mit Fachverbänden wolle man an praktikablen Regelungen mitwirken, um die digitale Lebenswelt von Kindern sicherer zu gestalten.
„Wie der Zauberlehrling werden wir die Geister nicht wieder los, die wir mit der Digitalisierung gerufen haben. Aber wir müssen sie bändigen – zum Schutz der nächsten Generation“, so Brock-Harder.

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