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Deutsche Stiftung Denkmalschutz warnt vor zunehmendem Denkmalverlust: Halle mit an der Spitze der schlimmsten Beispiele

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) sieht den Zustand vieler Denkmäler in Deutschland mit Sorge. Nach Angaben der Stiftung gingen in den Jahren 2024 und 2025 bundesweit mehr als 1.000 Denkmäler verloren. Das entspricht im Durchschnitt mindestens einem Verlust pro Tag.

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen „Schwarzbuch Denkmalschutz“, mit dem die Stiftung bedrohte und bereits verlorene Kulturdenkmäler dokumentiert. Eva Masthoff, Sprecherin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Leiterin des Projekts, bezeichnete den Zustand der Denkmäler als „besorgniserregend“. Ein zentrales bundesweites Register über den Zustand der Denkmäler gibt es bislang nicht.

Auch in Mitteldeutschland finden sich zahlreiche Beispiele. Dazu gehört die Dresdner Carolabrücke, die nach einem Teileinsturz im September 2024 im Jahr 2025 vollständig abgerissen wurde. In Thüringen musste im Mai 2025 das historische Jagdschloss „Hohe Sonne“ bei Eisenach nach jahrzehntelangem Leerstand abgerissen werden.

Auch Halle ist im Schwarzbuch vertreten. Das bislang älteste Haus der Stadt, ein Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert, war im Sommer 2025 nach einem Teileinsturz aus Sicherheitsgründen bis zur Oberkante des Erdgeschosses abgetragen worden. Nach Angaben der Stadt ist ein Wiederaufbau nach historischem Vorbild geplant.

Neben dem baulichen Zustand sieht die Stiftung auch politische Entwicklungen kritisch. In mehreren Bundesländern werden derzeit Denkmalschutzgesetze geändert oder Behördenstrukturen neu organisiert. Besonders aufmerksam beobachtet die Stiftung die geplante Reform des Denkmalschutzes in Sachsen, die von Fachleuten bereits kritisiert wurde.

Mit dem Schwarzbuch will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf die Verluste aufmerksam machen und eine Grundlage für die öffentliche Debatte schaffen. Die Stiftung engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1985 für gefährdete Baudenkmäler und unterstützt jährlich rund 600 Projekte.

Quelle: MDR Kultur, „Stiftung mahnt: Zustand der Denkmäler in Deutschland ‚besorgniserregend‘“, 18. August 2026; Deutsche Stiftung Denkmalschutz, „Schwarzbuch Denkmalschutz“.

One comment on “Deutsche Stiftung Denkmalschutz warnt vor zunehmendem Denkmalverlust: Halle mit an der Spitze der schlimmsten Beispiele”

  1. „Nach Angaben der Stadt ist ein Wiederaufbau nach historischem Vorbild geplant.“

    Klingt nach Rebensdorf.

    Glaubt ihm das jemand noch?

    Eine Schande für diese Stadt.

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