Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen hat der
Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das
fortgesetzte Agieren von sogenannten umweltpolitischen Sprechern
von CDU und CSU aufgenommen, welche verstärktes Vorgehen gegen die
Rückkehr des Wolfes anmahnen. Dabei schrecken diese Leute nicht
zurück Hand in Hand mit einigen unverbesserlichen Jägern und
Landwirten Wölfe zum Abschuss freizugegeben.
Dabei scheinen diese Leute zu vergessen, dass ein ähnliches
Vorgehen dazu führte, dass in Folge intensiver Jagd das Gebiet des
Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei war. Im Unterschied zum
Luchs, gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch
erlegte man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD
im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutzstellung
auch im Osten Deutschlands sein Ende finden sollte.
Der Hass der CDU/CSU
Beide Tiere, welche klar als Nahrungskonkurrenten gelten, nehmen so wieder den obersten Teil der Nahrungspyramide ein. Einen Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht. Nach Auffassung des AHA ist es unverantwortlich, wenn wieder einmal CDU- und CSU-Politiker zum Hass und Abschuss eines Tieres aufrufen, welches unweigerlich zu Deutschland gehört und daher eines besonderen Schutzes bedarf.
Für den AHA ist es unverständlich, dass kein Aufschrei der Umweltpolitiker von CDU und CSU ertönt, wenn es um Fortsetzung des Flächenfrasses für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften gibt. Dabei weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland eine tagtäglich Neuversiegelung von Boden im Umfang zwischen 80 und 90 ha Boden aus. Das entspricht in etwa einer Fläche von 66 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von zwischen 29.200 ha und 32.050 ha. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt München, welche 31 042,96 ha beträgt.
Ferner führte die Art und Weise des Betreibens der
Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur
Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen
Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben.
Hier erwartet der AHA auch mehr Handeln der Umweltpolitiker von CDU
und CSU, anstatt eine Hass- und Drohkulisse gegen den Wolf und
womöglich irgendwann auch gegen den Luchs aufzubauen. Nach Ansicht
des AHA müssen ungehemmter Flächenfrass sowie ausgeräumte,
monokulturell genutzte Agrarlandschaften schnellstmöglich der
Vergangenheit angehören.
Andreas Liste, Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA), Kürzungen d. Red. HalleSpekrum
2 comments on “Der AHA heult für den Wolf!”
Mensch Liste, kümmer Dich um den Personalrat und Deine Auenwälder…
Und die Landwirtschaft der DDR mußte damals Nahrungsmittel produzieren, nicht für Pillepalle aufkommen. Hier standen nämlich 17Millionen, die ernährt werden mußten …
Damit niemand merkt, wie auf den Hund man gekommen ist, schiebt man den Wolf vor. 😉