Das „Bündnis gegen Antisemitismus Halle“ verbreitet nach der Jahresausstellung der Burg Giebichenstein abermals eine Pressemitteilung mit Antisemitismus-Vorwürfen. In einer Stellungnahme ordnet das Bündnis den Vorfall in eine Entwicklung ein, die nach seiner Einschätzung seit mehreren Jahren zu beobachten sei. Ausgangspunkt ist die Verteilung von Flugblättern, die sich gegen die Jüdische Gemeinde Halle richten. Die Hochschulleitung habe diese Materialien als antisemitisch bewertet. Das Bündnis begrüßt diese Einordnung und verweist darauf, dass der Inhalt der Flugblätter offen judenfeindlich sei.
Zugleich erinnert das Bündnis an die Debatten um die Jahresausstellung 2025. Damals waren nach eigenen Angaben israelkritische beziehungsweise israelfeindliche Bildsprache, Boykottaufrufe gegen Israel sowie Darstellungen mit antisemitischen Narrativen öffentlich kritisiert worden. Die Hochschulleitung habe diese Vorwürfe seinerzeit zurückgewiesen.
Auch bei der diesjährigen Jahresausstellung seien auf dem Campus Flugblätter mit dem Titel „End the Complicity“ verteilt worden. Darin werde Israel ein Genozid vorgeworfen, ein akademischer Boykott israelischer Hochschulen gefordert und der Antisemitismusvorwurf als Mittel zur Verteidigung Israels dargestellt. Das Bündnis bewertet diese Aussagen als Teil einer länger andauernden Debatte über israelbezogenen Antisemitismus.
Vor diesem Hintergrund wertet das Bündnis die jüngsten Flugblätter gegen die Jüdische Gemeinde Halle nicht als isolierten Vorfall. Vielmehr zeigten sie nach seiner Auffassung, dass an der Kunsthochschule wiederholt israelfeindliche Boykottforderungen und antisemitische Narrative öffentlich sichtbar würden.
Besonders kritisch sieht das Bündnis, dass sich die aktuellen Flugblätter unmittelbar gegen die Jüdische Gemeinde Halle und deren Zusammenarbeit mit der Hochschule richten. Hier werde nicht die Politik des Staates Israel kritisiert, sondern eine jüdische Einrichtung vor Ort zum Ziel gemacht. Dies entspreche nach Auffassung des Bündnisses einem bekannten Muster des modernen Antisemitismus.
Abschließend fordert das Bündnis gegen Antisemitismus Halle die Hochschulleitung auf, sich konsequent mit wiederkehrenden antisemitischen Vorfällen auseinanderzusetzen und antisemitischen Narrativen sowie Boykottforderungen gegen Israel frühzeitig entgegenzutreten.
Quelle: Bündnis gegen Antisemitismus Halle, Stellungnahme Juli 2026.
One comment on “Dauerthema „Antisemitismus“ an der Burg: „Bündnis“ erhebt abermals Vorwürfe wegen Flyer auf Jahresausstellung”
„israelbezogenen Antisemitismus“ – was ist das wieder für eine sinnfreie Wortschöpfung. Beide Definitionen von Antisemitismus haben das Volk der Juden im Fokus und nicht den Staat Israel.
Kritik am Staat Israel ist kein Antisemitismus!
Findet die Jüdische Gemeinde in Halle das Vorgehen von Netanjahu in Gaza richtig und gut, so muss sie Kritik an dieser Haltung ertragen. Die Katholische Kirche, der HFC und politische Parteien werden immer wieder kritisiert. Das nennt man Demokratie und freie Meinungsäußerung!