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DAAD-Preis 2026: HGB Leipzig zeichnet ukrainische Studentin Yelyzaveta Protopopova aus

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hat den DAAD-Preis für ausländische Studierende 2026 an Yelyzaveta Protopopova verliehen. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Studienleistungen sowie besonderes gesellschaftliches und kulturelles Engagement ausländischer Studierender. Überreicht wurde die Auszeichnung am Freitag im Rahmen der Diplomfeier durch Rektorin Agnes Wegner.

Yelyzaveta Protopopova wurde 2002 im ukrainischen Charkiw geboren. Nach ihrem Schulabschluss begann sie ein Bachelorstudium der chinesischen Sprache und Literatur an der Nationalen Pädagogischen Universität Charkiw, das sie nach ihrer Flucht infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von Deutschland aus online abschloss. Seit 2022 studiert sie an der HGB Leipzig, zunächst in der Fachklasse Illustration bei Prof. Thomas Müller und Katja Schwalenberg, später bei Prof. Marion Kliesch und Prof. Maureen Mooren.

In der Begründung der Hochschule wird insbesondere die gesellschaftliche Relevanz ihrer künstlerischen Arbeit hervorgehoben: „In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Yelyzaveta Protopopova mit Erinnerung, Krieg, Identität und gesellschaftlicher Verantwortung.“ Es gelinge ihr, persönliche Erfahrungen so zu vermitteln, „dass sie auch für Menschen ohne ihren Erfahrungshintergrund zugänglich und nachvollziehbar werden.“

Weiter heißt es, ihre Arbeiten zeichneten sich durch die Verbindung von „persönlicher Erfahrung, kritischer Reflexion und gestalterischer Vermittlung“ aus und leisteten einen wichtigen Beitrag in einem von hoher Emotionalität geprägten gesellschaftlichen Diskurs. Die Jury betont zudem, Protopopova vermittle das Verständnis, „dass kollektive Traumata über Generationen hinweg weitergegeben werden und Teil kultureller Identität werden.“

Besonders gewürdigt wird auch ihr ehrenamtliches Engagement: „Seit Jahren unterstützt Yelyzaveta Protopopava außerdem Geflüchtete als Dolmetscherin in Berliner Aufnahmezentren und hilft Menschen bei ihrer Ankunft und Erstorientierung in Deutschland.“ Damit trage sie wesentlich dazu bei, „Grenzen zu überwinden und Brücken der Verständigung zu bauen.“

Der DAAD-Preis wird jährlich an Hochschulen mit mehr als 30 internationalen Studierenden vergeben. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch die jeweilige Hochschule. An der HGB Leipzig wird die Auszeichnung seit 2011 verliehen.

Bild: Agnes Weber, Yelyzaveta Protopopova

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