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Clearingstelle für Unversicherte und Menschen ohne festen Zugang zum Gesundheitssystem gestartet

Mit dem Aufbau einer landesweiten Clearingstelle will Sachsen-Anhalt Menschen ohne ausreichenden Zugang zum Gesundheitssystem gezielt unterstützen. Ziel ist es, insbesondere Personen ohne Krankenversicherung oder mit eingeschränkten Ansprüchen wieder in die reguläre medizinische Versorgung zu integrieren.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne betonte, dass niemand von notwendiger medizinischer Hilfe ausgeschlossen werden dürfe. Die Clearingstelle solle Betroffenen dabei helfen, ihre Ansprüche zu klären und Wege in die Regelversorgung zu eröffnen. Damit werde eine bestehende Versorgungslücke geschlossen.

Das Projekt wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Träger ist die Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt gGmbH, die im laufenden Jahr rund 291.300 Euro für Personal-, Sach- und Behandlungskosten erhält. Eine vorangegangene fünfmonatige Pilotphase hatte bereits gezeigt, dass ein erheblicher Bedarf besteht: In 27 Beratungen konnten 21 Behandlungsscheine ausgestellt und komplexe Einzelfälle geklärt werden.

Die neue Anlaufstelle richtet sich unter anderem an Menschen ohne Papiere oder festen Wohnsitz sowie an Personen, die aus verschiedenen Gründen aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung herausgefallen sind. Mitarbeitende unterstützen bei Anträgen, beraten zu Sozialleistungen und begleiten Betroffene bei Bedarf zu Behörden oder Krankenkassen.

Ein zentrales Instrument ist dabei der sogenannte Behandlungsschein. Dieser wird nach einem Beratungsgespräch ausgestellt und ermöglicht eine medizinische Versorgung, indem er die Kostenübernahme für notwendige Behandlungen sichert. Ergänzend steht ein Netzwerk von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern zur Verfügung, um Verständigungsprobleme zu vermeiden.

Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen trägt die Clearingstelle dazu bei, sowohl für Betroffene als auch für medizinische Einrichtungen mehr Klarheit zu schaffen. Sie soll langfristig dazu beitragen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung im Land gerechter zu gestalten.

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