Leuna – Im Chemiepark Leuna zeichnet sich im Fall der insolventen Chemiefirma Domo Chemicals eine mögliche Übergangslösung ab. Zwei benachbarte Unternehmen haben Interesse angemeldet, Teile des Betriebs zu übernehmen.
Nach Medienberichten planen die Leuna-Harze GmbH sowie die InfraLeuna GmbH den Kauf der Kerngesellschaft am Standort. Ein entsprechendes Vorhaben wurde dem Bundeskartellamt gemeldet. Betroffen sind rund 480 Arbeitsplätze.
Die Initiative gilt als Auffanglösung für den Fall, dass sich kurzfristig kein externer Investor findet. Beobachtern zufolge sind die Chancen für einen Verkauf an Dritte derzeit gering. Hintergrund sind unter anderem hohe Energiepreise sowie Überkapazitäten in der Chemiebranche.
Ein möglicher Stillstand der Anlagen hätte weitreichende Folgen für den gesamten Standort. Der Chemiepark ist stark vernetzt, viele Betriebe sind aufeinander angewiesen. Ein Ausfall einzelner Produktionsbereiche könnte daher auch andere Unternehmen in Schwierigkeiten bringen.
Bereits zu Jahresbeginn hatte das Land Sachsen-Anhalt eingegriffen und den Weiterbetrieb von Domo vorübergehend gesichert. Dafür wurden mehr als 70 Millionen Euro bereitgestellt.
Wie es mit dem Standort weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob eine dauerhafte Lösung gefunden wird – entweder durch einen Investor oder durch die geplante Übernahme durch die Nachbarunternehmen.