Wenige Wochen vor der Landtagswahl wächst in der CDU Sachsen-Anhalt die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz. Mehrere Landespolitiker sehen im jüngsten Personalumbau der Bundesregierung keinen positiven Effekt für den Wahlkampf.
Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze beklagte, dass bundespolitische Debatten die landespolitischen Themen zunehmend überlagerten. An Wahlkampfständen sei es kaum noch möglich, über die Politik in Sachsen-Anhalt zu sprechen.
Der Wittenberger Landtagskandidat Nico Elsner bezeichnete die Personalrochade im Kanzleramt gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT als kommunikativ „grottenschlecht umgesetzt“. Für den Landtagswahlkampf nütze sie „überhaupt nichts“. Auch einen Wahlkampfauftritt des Kanzlers hält Elsner derzeit für wenig hilfreich.
Ähnlich äußerte sich der frühere Bildungsminister Marco Tullner. Er kritisierte insbesondere die geplante Ablösung des Magdeburger Bundestagsabgeordneten Tino Sorge als Parlamentarischer Staatssekretär. Der Vorgang sei nicht nachvollziehbar und bringe der CDU im Land „auf gar keinen Fall“ Rückenwind.
Trotz der Kritik warnte Tullner vor öffentlichen parteiinternen Konflikten. Die Bürger erwarteten Lösungen und keine zerstrittene Partei.
Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT, „Kein Rückenwind: CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt kritisieren Kanzler Merz“, 28. Juli 2026.
One comment on “CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt vermissen Rückenwind aus Berlin”
Kein Rückenwind sondern Gegenwind. Es scheint für die CDU schwer zu sein, den Dampfblasen eine einheitliche Richtung zu geben.