Die Kampagnenorganisation Campact will mit einer strategischen Wahlempfehlung eine Alleinregierung der AfD in Sachsen-Anhalt verhindern. Für die Landtagswahl am 6. September ruft Campact dazu auf, mit der Zweitstimme SPD oder Grüne zu wählen. Hintergrund ist die Sorge, dass beide Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und dadurch demokratische Stimmen bei der Sitzverteilung unberücksichtigt bleiben könnten.
Nach einer von Campact in Auftrag gegebenen Pollytix-Umfrage unter 2.604 Wahlberechtigten vom 3. bis 8. August kommt die CDU derzeit auf 23 Prozent, die Linke auf 13 Prozent. Die SPD liegt bei sieben, die Grünen bei fünf Prozent. 13 Prozent der Befragten sind demnach noch unentschlossen. ( Ergebnisse aus der Umfrage findet man hier: https://campact.org/sonntagsfrage-lsa)
Campact leitet daraus die Empfehlung ab, gezielt SPD oder Grüne zu unterstützen. Die Politikwissenschaftlerin Julia Rakers von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erklärt, eine strategische Stimmabgabe könne sinnvoll sein, wenn die eigene Wunschpartei voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere und die Stimme damit bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt werde.
Für die Kampagne stellt Campact nach eigenen Angaben 620.000 Euro bereit. Das Geld soll unter anderem in Plakate, Anzeigen und Postwurfsendungen fließen. Zudem will die Organisation ihre mehr als 70.000 Unterstützerinnen und Unterstützer in Sachsen-Anhalt direkt ansprechen. SPD und Grüne erhalten nach Angaben von Campact weder Spenden noch andere finanzielle Zuwendungen.
Finanziert wird die Kampagne aus dem sogenannten NoAfD-Fonds von Campact. Nach Angaben der Organisation stammen die Mittel aus Spenden von mehr als 75.000 Menschen. Campact hatte bereits bei früheren Wahlen für strategisches Wählen zugunsten kleinerer demokratischer Parteien geworben.
Quelle: Campact, 14. August 2026
3 comments on “Campact ruft in Sachsen-Anhalt zur strategischen Wahl von SPD und Grünen auf”
“ … eine strategische Stimmabgabe könne sinnvoll sein, wenn die eigene Wunschpartei voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere und die Stimme damit bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt werde.“
Wenn die Wunschpartei SPD oder Grün ist, soll der Wähler SPD oder Grün wählen. Welch bombastische Erkenntnis!“
Es könnte ja auch die FDP gemeint sein.
Die Wähler von SPD und Grünen wählen FDP, damit der Einzug zumindest einer Looser-Partei ins Parlament gesichert ist und die Stimme nicht verloren geht. Geniale Idee!