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Beschäftigungsanteil von Schutzsuchenden in Sachsen-Anhalt binnen fünf Jahren verdreifacht

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Schutzsuchenden in Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Während die Gesamtbeschäftigung im Land weitgehend stagnierte, nahm die Zahl der beschäftigten Schutzsuchenden zwischen 2020 und 2025 um 176 Prozent zu. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich damit von 0,6 auf 1,7 Prozent.

Nach Angaben der Forschenden sind Schutzsuchende vor allem in Branchen tätig, die bereits heute unter Fachkräftemangel leiden oder als systemrelevant gelten. Dazu zählen insbesondere Verkehr und Logistik sowie das Lebensmittel- und Gastgewerbe. Viele der Beschäftigten sind vergleichsweise jung und verfügen zunächst über keinen formalen Berufsabschluss, weshalb sie häufig Tätigkeiten im Helferbereich übernehmen.

Die Studie zeigt zugleich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Während Frauen insgesamt etwa die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellen, liegt ihr Anteil unter den Schutzsuchenden lediglich bei 27 Prozent. Auch der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt Männern deutlich häufiger und schneller als Frauen.

Für Sachsen-Anhalt sehen die Forschenden in der Beschäftigung von Schutzsuchenden ein wichtiges Potenzial zur Abfederung des demografisch bedingten Fachkräftemangels. Allerdings benötige die Integration Zeit, da viele Schutzsuchende zunächst Sprach- und Integrationskurse absolvieren oder zeitweise Beschäftigungsbeschränkungen unterliegen.

Die vollständige Studie ist auf der Website des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) abrufbar: IAB-Studie zu Schutzsuchenden auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt.

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