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Berlin bremst, Sachsen-Anhalt zahlt: Netzpaket gefährdet Ausbau von Wind und Sonne


Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt kritisiert den Referentenentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zum neuen Netzpaket. Laut Fraktion droht die Energiewende durch den Entwurf erheblich behindert zu werden. Neue Windräder und Solarparks sollen in vielen Netzgebieten mit Baukostenzuschüssen belastet werden.

Zusätzlich sieht der Entwurf einen sogenannten Redispatchvorbehalt vor. Neuanlagen in betroffenen Gebieten würden bei Netzabregelungen keine Entschädigung mehr erhalten. Netzbetreiber könnten solche Gebiete bis zu zehn Jahre lang festlegen, wenn die Abregelung im Vorjahr über drei Prozent lag. Der Bundesverband Erneuerbare Energie warnt vor einer möglichen Zubaublockade.

Sebastian Striegel, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, kommentiert: „Das ist kein Netzausbauprogramm, sondern ein Investitionsstopp per Gesetz. Wer den Betreibern erst Gebühren auferlegt und ihnen dann die Vergütung streicht, sorgt dafür, dass Banken und Investoren sofort auf die Bremse treten.“

Striegel fordert die Landesregierung auf, im Bundesrat klar gegen den Entwurf zu intervenieren. Gefordert werden schnellere Genehmigungen, mehr Netztransparenz, Speicherkapazitäten und ein beschleunigter Ausbau der Verteilnetze. Die Kosten verschleppter Infrastruktur dürften nicht bei Bürgerenergie, Stadtwerken, Kommunen oder Industrie liegen.

Für Sachsen-Anhalt seien die Folgen gravierend. In Regionen mit hohem Wind- und Solarpotenzial könnten Projekte scheitern, Wertschöpfung im ländlichen Raum verloren gehen und die Chance auf dauerhaft günstigen, heimischen Strom verspielt werden. Die Industrie des Landes ist auf eine schnelle Umstellung auf erneuerbare Energien angewiesen.

2 comments on “Berlin bremst, Sachsen-Anhalt zahlt: Netzpaket gefährdet Ausbau von Wind und Sonne”

  1. ca 200 GW installierte Leistung mit EE, ca 80 GWh pro Tag max Stromverbrauch, im Winter 40 GWh pro Tag mit Erneuerbaren, … die Grünen träumen immer noch vom billigen Strom aus heimischen Windmühlen durch unkontrollierten Ausbau der EE.
    Frau Reiche hat erkannt, dass nur ein gesteuerter Ausbau der EE unter Berücksichtigung von Investitionen in Speicher und Netze die Energiewende bezahlbar macht. Endlich ein wenig Sachverstand im Wirtschaftsministerium.

  2. Solange die Bedarfgrenzen nicht erreicht sind, ist ein weiter Ausbau sinnwoll. Da die Speicherkapazitäten nicht ausreichen, muss dort investiert werden, statt auf die Bremse zu treten, weil die Speicher nicht da sind. Frau Reiches Denkstruktur ist genau die desjenigen, der für alles Ausreden hat. Eigentlich ziemlich durchschaubar.

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