Halle (Saale). Das Umweltbildungsangebot „ECHSistenz in Gefahr“ des BUND-Umweltzentrums Franzigmark hat seit seinem Start im vergangenen Jahr bereits 200 Kinder erreicht. Ziel des Projekts ist es, Wissen über die heimische Kreuzotter zu vermitteln, Vorurteile gegenüber Schlangen abzubauen und das Bewusstsein für den Artenschutz zu stärken.
Bei Exkursionen, interaktiven Lernstationen und Begegnungen mit der Kreuzotter erfahren die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr über die Lebensweise der einzigen heimischen Giftschlange Sachsen-Anhalts. Gleichzeitig werden die Ursachen ihres starken Bestandsrückgangs thematisiert.
Die Kreuzotter (Vipera berus) zählt zu den am stärksten gefährdeten Reptilien des Landes. Nach Angaben des BUND existieren nur noch wenige voneinander getrennte Vorkommen in der Altmark, im Harz und im Zeitzer Forst. Als wichtigste Ursachen gelten der Verlust und die Zerschneidung geeigneter Lebensräume sowie die Folgen des Klimawandels.
„In jedem Kind steckt ein Dinosaurier-Fan. Das Interesse an der Kreuzotter ist deshalb von Anfang an groß – obwohl Schlangen bei vielen Erwachsenen eher Ängste auslösen. Wenn Kinder die Tiere kennenlernen, weichen Vorurteile schnell echter Faszination“, sagt Annemarie Hofmann, Diplom-Biologin im BUND-Umweltzentrum Franzigmark.
Das Bildungsangebot ist Teil des Kreuzotter-Projekts des BUND Sachsen-Anhalt. Seit 2023 betreibt der Verband in der Franzigmark eine Zuchtstation für die vom Aussterben bedrohte Art. Das Projekt umfasst neben der Nachzucht und späteren Auswilderung der Tiere auch die Renaturierung geeigneter Lebensräume sowie Umweltbildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien.
Das Vorhaben „Schutzmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohte Kreuzotter (Vipera berus)“ läuft von Oktober 2025 bis März 2029. Es verfügt über ein Fördervolumen von rund 747.000 Euro, das zu 80 Prozent aus EU-Mitteln und zu 20 Prozent aus Landesmitteln finanziert wird.
Die Kreuzotter steht unter strengem Schutz und erfüllt als Beutegreifer und Beutetier eine wichtige Rolle im heimischen Ökosystem.
Quelle: BUND Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 16. Juli 2026.