Im Stadtmuseum Halle stehen Anfang April 2026 zwei Veranstaltungen auf dem Programm, die sich mit historischen und philosophischen Themen auseinandersetzen und unterschiedliche Zugänge zur Kulturgeschichte eröffnen.
Am Donnerstag, 9. April 2026, um 16.00 Uhr findet in der Druckerei eine Ausstellungsführung zur Präsentation „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ statt. Die Schau der Stiftung Topographie des Terrors (Berlin) beleuchtet die Rolle Reinhard Heydrichs als einer der zentralen Organisatoren nationalsozialistischer Verbrechen. Sie zeichnet seinen Aufstieg im NS-Terrorapparat nach und thematisiert zugleich die Wirkungsgeschichte seiner Person bis in die Gegenwart.
Durch die Führung begleitet Andreas Mix, Historiker und Kurator der Ausstellung. Er gibt anhand ausgewählter Exponate vertiefende Einblicke in die Entstehung der Schau sowie in die historischen Zusammenhänge. Die Veranstaltung bietet damit die Möglichkeit, sich intensiver mit einem der prägenden Akteure nationalsozialistischer Herrschaft auseinanderzusetzen.
Am Freitag, 10. April 2026, um 20.00 Uhr folgt im Christian-Wolff-Haus die Premiere des Solotheaterabends „Nietzsche“ mit Andrea Ummenberger. Die Inszenierung basiert auf dem Stück „Nietzsche oder Das deutsche Elend“ von Alexander Widner, das für die Bühne überarbeitet wurde.
Der Abend nähert sich Friedrich Nietzsche nicht als erklärendem Porträt, sondern als Begegnung mit einem Denker, dessen Fragen und Gedanken bis heute nachwirken. Begriffe wie „Übermensch“, „Wille zur Macht“ oder „Gott ist tot“ werden dabei nicht als Schlagworte behandelt, sondern als Ausgangspunkte für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Philosophie, Sprache und Zeitkritik.
Beide Veranstaltungen zeigen unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte und Denken – von der historischen Analyse bis zur philosophisch-theatralen Interpretation.