Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

Ausstellungen zu Reinhard Heydrich und zur NS-Zeit in Halle im Stadtmuseum

Vom 13. Februar bis zum 10. Mai 2026 zeigt das Stadtmuseum Halle zwei Ausstellungen, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt und ihrer Akteure auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht die Person Reinhard Heydrichs, geboren 1904 in Halle (Saale), sowie die Auswirkungen von Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt während der NS-Zeit auf das lokale Leben.

Die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“, konzipiert von der Stiftung Topographie des Terrors, wird erstmals außerhalb Berlins präsentiert. Nach ihrer Erstpräsentation im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors ist Halle der erste Ausstellungsort außerhalb der Hauptstadt. Ergänzt wird sie durch die Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ des Stadtmuseum Halle.

Reinhard Heydrich stieg innerhalb weniger Jahre zu einer zentralen Figur des nationalsozialistischen Macht- und Terrorapparats auf. Unter Heinrich Himmler wurde er zu einem der einflussreichsten Akteure in SS, Polizei und Geheimdiensten. Während des Zweiten Weltkriegs war Heydrich maßgeblich an der Organisation des Holocaust beteiligt. Als stellvertretender Reichsprotektor im besetzten Teil der Tschechoslowakei ging er mit großer Härte gegen Widerstand vor. Nach einem Attentat im Juni 1942 starb er in Prag. Das NS-Regime stilisierte ihn anschließend propagandistisch zum „Märtyrer“.

Die Ausstellung zeichnet Heydrichs Karriere nach und beleuchtet seine Rolle in zentralen Verbrechenskomplexen des NS-Regimes. Zudem thematisiert sie die Entstehung und Wirkung von Bildern und Deutungen seiner Person, die ihren Ursprung in der nationalsozialistischen Propaganda haben und nach 1945 teilweise fortgeschrieben oder umgedeutet wurden.

Die begleitende Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ richtet den Blick stärker auf die lokale Geschichte. Sie knüpft an das Mitmach-Konzept der „Generationsbiografien“ in der Dauerausstellung „Entdecke Halle!“ an und greift den bislang lückenhaften Forschungsstand zur NS-Zeit in Halle auf. Thematisiert werden Biografien von Tätern, Verfolgten, Mitläufern und Menschen, die Widerstand leisteten.

Neben Reinhard Heydrich stehen weitere lokale Täterbiografien sowie die Lebensgeschichten von Verfolgten im Fokus. Dazu gehört unter anderem Otto Herrmann, der im Konzentrationslager jüdischen Mithäftlingen half und als einziger Hallenser in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde. Ebenfalls thematisiert wird das Schicksal des tschechischen Zwangsarbeiters Josef Sýkora, der von 1942 bis 1945 in Halle lebte und arbeitete. Seine Tagebuchaufzeichnungen geben Einblicke in den Alltag von Zwangsarbeitern in der Stadt.

Die Werkstattausstellung behandelt außerdem die Jugendjahre Heydrichs in Halle, die Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt sowie Fragen der Erinnerungskultur. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, historische Spuren zu erkunden, unterschiedliche Perspektiven zu vergleichen und eigene Fragestellungen zu entwickeln. Besonders angesprochen werden Jugendliche, Schulklassen, Auszubildende und Studierende.

Die beiden Ausstellungen werden am 12. Februar 2026 um 17 Uhr im Stadtmuseum Halle eröffnet. Anwesend sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diplomatie und Zeitgeschichte.

Schreibe einen Kommentar