Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

Ausländische Beschäftigte stabilisieren Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt

Die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter ausländischer Arbeitskräfte in Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während die Beschäftigung deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit 2017 demografisch bedingt rückläufig ist, verzeichnet die Beschäftigung ausländischer Fach- und Arbeitskräfte ein starkes Wachstum.

Nach Angaben aus der Arbeitsmarktstatistik stieg die Zahl der ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 20.260 im Jahr 2017 auf 75.300 im Jahr 2025. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Beschäftigten aus Drittstaaten aus. Ihre Zahl erhöhte sich zwischen 2020 und 2025 von 18.674 auf 40.841, was einem Anstieg von 118,7 Prozent entspricht.

Diese Entwicklung wird als Folge des demografischen Wandels bewertet. In Sachsen-Anhalt scheiden mehr ältere Beschäftigte aus dem Erwerbsleben aus, als jüngere nachrücken. Ohne zusätzliche Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften würden nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten perspektivisch Einnahmen in Sozialversicherungen und Steuereinnahmen sinken.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das 2020 in Kraft trat und 2024 reformiert wurde. Es soll sowohl die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte als auch von Arbeitskräften mit Berufserfahrung erleichtern. Ergänzend dazu unterstützt die Bundesagentur für Arbeit die Vermittlung und Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse bereits vor der Einreise.

Auch im Verwaltungsverfahren zeigt sich ein steigender Bedarf. Im Jahr 2024 erteilte die Bundesagentur für Arbeit 7.360 Zustimmungen zur Beschäftigung in Sachsen-Anhalt, 2025 waren es bereits 8.620. Zudem nahm die Zahl der Beratungen im Ausland stark zu und erreichte bis Ende 2025 rund 360.000 digitale Kontakte.

Im Gesundheitswesen ist der Anteil ausländischer Beschäftigter besonders hoch. Mitte 2025 waren dort 6.383 ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tätig, davon 5.258 aus Drittstaaten. Dies entspricht einem Anteil von 83,4 Prozent innerhalb dieser Gruppe. Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihre Zahl deutlich an.

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit trägt die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich werde dadurch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Versorgung geleistet.


Schreibe einen Kommentar