Die Zahl der nach Sachsen-Anhalt kommenden Asylsuchenden ist in den ersten fünf Monaten des Jahres erneut deutlich gesunken. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bis zum 31. Mai 2026 insgesamt 851 Asylsuchende im Land aufgenommen. Das sind 37 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 1.349 Menschen registriert wurden. Im Vergleich zu 2024 mit 1.984 Asylzugängen beträgt der Rückgang sogar 57 Prozent.
Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten bis zum Jahresende lediglich rund 2.000 Asylsuchende nach Sachsen-Anhalt kommen. Vergleichbar niedrige Zugangszahlen wurden zuletzt im Jahr 2012 verzeichnet.
Innenministerin Tamara Zieschang sieht in den rückläufigen Zahlen einen Erfolg der Maßnahmen zur Begrenzung irregulärer Migration auf Bundes- und Landesebene. Zugleich verwies sie auf die bevorstehende Umsetzung des reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), das ab Mitte Juni in Kraft tritt. Ziel sei es, Migration stärker zu steuern und die Verfahren innerhalb der Europäischen Union zu vereinheitlichen.
Die Reform sieht unter anderem verpflichtende Registrierungen und Vorprüfungen an den EU-Außengrenzen vor. Asylanträge bestimmter Personengruppen sollen künftig bereits dort bearbeitet werden. Zudem sollen die Zuständigkeitsverfahren innerhalb der EU beschleunigt werden, um sogenannte Sekundärmigration zu begrenzen.
Darüber hinaus begrüßte die Ministerin eine jüngst auf europäischer Ebene erzielte Einigung zur Verschärfung der Rückführungspolitik. Vorgesehen sind unter anderem Abschiebezentren in Drittstaaten für Personen ohne Bleiberecht, deren Herkunftsländer Rückführungen verweigern. Außerdem sollen Leistungen für ausreisepflichtige Personen gekürzt werden können, wenn diese bei ihrer Ausreise nicht mitwirken.
Nach Auffassung des Innenministeriums zeigen die aktuellen Zahlen, dass sich der seit mehreren Jahren zu beobachtende Rückgang der Asylzugänge in Sachsen-Anhalt weiter fortsetzt.