Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt ist weiter rückläufig. Nach Angaben des Innenministeriums wurden im August 2025 lediglich 214 Asylzugänge registriert. Das entspricht rund 60 Prozent weniger als im Vorjahresmonat (512) und sogar 75 Prozent weniger als im August 2023 (880).
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang sprach von einer „Migrationswende“: „Seit Juni sind die Zugangszahlen regelrecht eingebrochen. Der Rückgang entlastet die Kommunen weiter.“ Von Januar bis Ende August 2025 verzeichnete das Land 1.953 Asylzugänge – 44 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die sinkenden Zahlen wirken sich auch auf die Unterbringungspolitik des Landes aus. Zum Jahresende soll die Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) in der Magdeburger Breitscheidstraße geschlossen werden. Hintergrund ist die vollständige Inbetriebnahme der LAE Stendal, die neben der Hauptstelle der Zentralen Anlaufstelle für Asyl (ZASt) in Halberstadt künftig als zweiter Standort vorgesehen ist.
Bereits zuvor hatte das Land mehrere Einrichtungen geschlossen: Im Juni 2025 die Außenstelle in Quedlinburg, 2024 die Nebenstelle in Bernburg sowie vier temporäre Außenstellen in Blankenburg, Halberstadt, Merseburg und Oberharz am Brocken. Grundlage ist ein Unterbringungskonzept von 2016, das eine Konzentration auf zwei Standorte vorsieht.