Halle (Saale). – Die durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitszeit in Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2025 bei 1.359 Stunden gelegen und damit 27 Stunden über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ging das gesamte Arbeitsvolumen zurück.
Rückgang von Arbeitsvolumen und Erwerbstätigkeit
Insgesamt leisteten rund 983.800 Erwerbstätige im Jahr 2025 etwa 1.337,3 Millionen Arbeitsstunden. Das entspricht einem Rückgang um 19 Millionen Stunden beziehungsweise 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Erwerbstätigen sank um 0,5 Prozent.
Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Person lag damit um 12 Stunden unter dem Vorjahreswert. Als Gründe nennt das Landesamt unter anderem den Anstieg von Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Vollzeitstellen sowie zwei weniger verfügbare Arbeitstage im Jahr 2025.
Unterschiede zwischen Beschäftigtengruppen
Selbstständige und mithelfende Familienangehörige arbeiteten mit durchschnittlich 1.754 Stunden deutlich mehr als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf 1.328 Stunden kamen.
Entwicklung in den Wirtschaftsbereichen
Das Arbeitsvolumen ging in mehreren Wirtschaftsbereichen zurück:
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: -2,8 %
- Produzierendes Gewerbe: -3,3 %
- Dienstleistungsbereiche insgesamt: -0,7 %
Innerhalb des Dienstleistungssektors verzeichnete lediglich der Bereich öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent.
Die höchste durchschnittliche Arbeitszeit wurde im Baugewerbe mit 1.514 Stunden pro Erwerbstätigem erreicht. Am niedrigsten war sie im Dienstleistungsbereich mit 1.323 Stunden, wo Teilzeit und geringfügige Beschäftigung stärker verbreitet sind.
Einordnung der Zahlen
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind Unterschiede bei der Arbeitszeit unter anderem auf verschiedene Beschäftigungsformen, Branchenstrukturen, tarifliche Regelungen sowie krankheitsbedingte Ausfälle und Kurzarbeit zurückzuführen. Die Pro-Kopf-Arbeitszeit sei daher kein direkter Maßstab für die Intensität oder Qualität der geleisteten Arbeit.
Die Daten basieren auf vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung der Länder auf Grundlage des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (Stand: Februar 2026).
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 74/2026 vom 26. März 2026