Mit dem nahenden Frühling zeigt sich der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt in vorsichtiger Bewegung – doch die erhoffte kräftige Belebung bleibt aus. Wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist die Arbeitslosigkeit im März 2026 zwar leicht gesunken, liegt jedoch weiterhin über dem Niveau des Vorjahres. Die wirtschaftliche Unsicherheit wirkt dabei wie ein leiser Gegenwind, der den Aufschwung bremst.
Im März waren landesweit 91.461 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2.300 weniger als im Februar, ein Rückgang um 2,5 Prozent. Im Vergleich zum März des Vorjahres ergibt sich jedoch ein Anstieg um 1.377 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat leicht auf 8,3 Prozent, bleibt damit aber höher als ein Jahr zuvor (8,1 Prozent). Auch saisonbereinigt zeigt sich lediglich ein geringer Rückgang.
Ein Blick auf die Struktur der Arbeitslosigkeit offenbart bekannte Linien: Der größte Anteil entfällt auf Langzeitarbeitslose mit rund 38 Prozent sowie auf Menschen ab 50 Jahren, die etwa 35,8 Prozent der Betroffenen ausmachen. Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen leicht zurückging, zeigt sich bei jüngeren Menschen eine gegenläufige Entwicklung. Besonders in der Altersgruppe unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich deutlich gestiegen – ein Hinweis auf erschwerte Einstiegsbedingungen in den Arbeitsmarkt.
Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, beschreibt die Lage als verhalten: Zwar gehe die Arbeitslosigkeit in allen Gruppen zurück, doch fehle es an spürbarer Dynamik. Neue Stellen würden derzeit nur zögerlich gemeldet, und auch der Bestand an offenen Arbeitsplätzen verändere sich kaum. Vor diesem Hintergrund gewinnt Weiterbildung an Bedeutung, um die Chancen auf Beschäftigung zu verbessern.
Tatsächlich meldeten Arbeitgeber im März 3.529 neue Stellen – nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat, aber leicht über dem Vorjahreswert. Insgesamt waren 17.822 Stellenangebote bei den Arbeitsagenturen registriert, was einem Rückgang von sechs Prozent im Jahresvergleich entspricht. Seit Jahresbeginn wurden rund 9.500 neue Stellen gemeldet, ein moderates Plus.
Auf der anderen Seite fanden im März 5.985 arbeitslose Menschen eine Beschäftigung – deutlich mehr als im Februar und auch mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig meldeten sich jedoch 5.848 Personen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos, was die fragile Lage am Arbeitsmarkt unterstreicht.
Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigt eine rückläufige Tendenz. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Januar 2026 rund 781.800 Menschen beschäftigt – etwa 8.400 weniger als im Vorjahresmonat. Dieser Rückgang fügt sich in das Bild einer insgesamt abgeschwächten wirtschaftlichen Entwicklung.
Die sogenannte Unterbeschäftigung, die neben den offiziell Arbeitslosen auch Personen in Maßnahmen oder vorübergehender Erwerbslosigkeit erfasst, lag bei 113.676 Personen und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Parallel dazu sank die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung auf rund 118.900 Personen.
Ein weiteres Signal liefert die Entwicklung der Kurzarbeit: Im März wurden 61 Anzeigen für 1.607 Beschäftigte registriert – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit blieb jedoch auf niedrigem Niveau und betraf zuletzt rund 0,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Während Landkreise wie die Börde mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent vergleichsweise niedrige Werte aufweisen, liegen Städte wie Halle (Saale) und der Landkreis Mansfeld-Südharz mit rund 10 Prozent deutlich darüber. Insgesamt bleibt das Gefälle zwischen den Regionen bestehen.
So zeichnet sich im Frühjahr 2026 ein Arbeitsmarkt ab, der sich zwar in kleinen Schritten stabilisiert, jedoch noch nicht zu neuer Kraft gefunden hat.