Mit dem Ende des Schul- und Ausbildungsjahres sowie der Sommerpause vieler Betriebe ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt im Juli saisonbedingt gestiegen. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit waren 89.916 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2.585 Personen beziehungsweise drei Prozent mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 8,1 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Regionaldirektionschef Markus Behrens bezeichnete den Anstieg als erwartbare saisonale Entwicklung. Viele Schul- und Ausbildungsabgänger suchten derzeit eine Beschäftigung, während Unternehmen ihre Neueinstellungen in der Ferienzeit häufig verschöben. Gleichzeitig wirkten sich die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin bremsend auf den Arbeitsmarkt aus. Positiv sei jedoch, dass die Zahl der neu gemeldeten Stellen sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen sei.
Im Juli meldeten Arbeitgeber 4.028 neue Arbeitsstellen – 35,5 Prozent mehr als im Juni und 28,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 16.750 offene Stellen registriert. Seit Jahresbeginn gingen 23.149 neue Stellenangebote ein, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Mai 2026 bei hochgerechnet 783.100 und damit um 6.400 niedriger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg die Langzeitarbeitslosigkeit leicht an. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur bleiben Qualifizierung, Weiterbildung und passgenaue Vermittlung entscheidende Instrumente, um den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern und Arbeitsuchenden neue Perspektiven zu eröffnen.
Mit einer Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent weist Mansfeld-Südharz den höchsten Wert unter den Landkreisen und kreisfreien Städten auf. Es folgen Halle (Saale) mit 10,2 Prozent sowie Dessau-Roßlau mit 9,9 Prozent. Die niedrigste Quote verzeichnet der Landkreis Börde mit 5,8 Prozent.