Ludwigslust – Im Rahmen ihrer Frühjahrssitzung hat die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) ihre Haltung zu aktuellen politischen Entwicklungen bekräftigt. Das Netzwerk unterstreicht die Bedeutung von Schlössern und historischen Gärten als Orte der Weltoffenheit, Vielfalt und des kulturellen Austauschs.
Die AGDS verweist darauf, dass die Geschichte von Schlössern und Parks eine Geschichte künstlerischer und intellektueller Verflechtungen sei. Über Jahrhunderte hinweg seien diese Orte durch transnationale Offenheit, Migration, Handel und politische Umbrüche geprägt worden. Dieses Erbe verpflichte dazu, historische Entwicklungen in ihrer Komplexität darzustellen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und demokratische Grundwerte zu stärken.
Die Mitgliedseinrichtungen tragen nach eigenen Angaben eine besondere Verantwortung für das ihnen anvertraute Kultur- und Naturerbe. Schlösser, Burgen und historische Gärten in öffentlicher Hand seien heute Orte kultureller Vielfalt, wissenschaftlicher Auseinandersetzung und einer offenen Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund wendet sich die AGDS ausdrücklich gegen Bestrebungen, diese Orte im Sinne nationalistischer oder ausgrenzender Ideologien umzudeuten. Historische Anlagen seien keine Projektionsflächen für vereinfachte Geschichtsbilder, sondern Räume für kritische Reflexion und Dialog.
Mit Blick auf Sachsen-Anhalt hebt die AGDS die hohe Dichte an Welterbestätten hervor. Diese Kulturlandschaft sei Ausdruck einer Entwicklung, die stets über regionale Grenzen hinausgewirkt habe. In diesem Zusammenhang würdigt die Arbeitsgemeinschaft die Arbeit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die sich für Erhalt, Erforschung und Vermittlung des kulturellen Erbes einsetzen.
Der Vorsitzende der AGDS, Christoph Vogtherr, erklärte, Schlösser und Gärten erzählten Geschichten von Austausch, Wandel, Neugierde und Vielfalt. Diese Offenheit gelte es gerade in der heutigen Zeit zu verteidigen.