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ADFC Halle (Saale) widerspricht dem Bau- und Umweltdezernenten der Stadt

Wie uns der ADFC Halle (Saale) heute mitteilte, spricht er sich für den Ausbau einer kreuzungsfreien Radverkehrsverbindung zwischen dem S-Bahnhaltepunkt auf der Silberhöhe und dem Hauptbahnhof aus. Der Begründung für eine Ablehnung des Ausbaues durch den Bau- und Umweltdezernenten der Stadt mit Pressemitteilung vom 17.05.2018 kann nicht gefolgt werden.

Weiter führt der ADFC aus: Es ist nicht zwingend notwendig, die Verbindung durchgehend auf 4 m Breite auszubauen, die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen lassen auch 3 m breite Zweirichtungsradwege zu. Entscheidend ist vielmehr die weitgehende Separierung vom MIV und die kreuzungsfreie Querung der Merseburger Straße. Alle Erfahrungen zeigen, dass Radverkehrsverbindungen, die direkt und damit schnell sind und vom MIV getrennt sind, sehr gut von Radfahrern angenommen werden.
Dieses Argument gilt noch stärker seit die Elektromobilität, in Form des Pedelecs deutschlandweit sowie auch in Halle boomt. Eine derartige Verbindung würde den Stadtteil Silberhöhe aufwerten und als Wohnstandort attraktiver machen. Aus diesem Grunde fordert der ADFC den Erhalt und die Sanierung der Rosengartenbrücke. Auch das Kostenargument kann der ADFC nicht nachvollziehen. Zum einem müssen die ersparten Kosten für die Untertunnelung der Merseburger Straße für die Fernwärmetrasse gegengerechnet werden, zum anderem hat der ADFC schon in vergangenem Jahr auf bis zu 90% Fördermöglichkeiten aus dem Programm Klimaschutz durch Radverkehr des Bundesumweltministeriums hingewiesen. Die Stadt hat aber bis heute diese Fördermöglichkeit, im Gegensatz z. B. zur Stadt Leipzig mit dem ihrem Projekt „Ausbau Grüner Ring“, weder überprüft noch beantragt.

Im Übrigen hat die Stadt bis heute noch kein Prüfergebnis zu dem Beschluss des Stadtrates VI/20 16/02317 vom 28. Sept. 2016 vorgelegt:
Der Ausbau einer Halleschen Nord-Süd-Verbindung zwischen Kröllwitz, Heide- /Weinbergcampus, Halle-Neustadt und Böllberger Weg entlang einer Fernwärmetrasse und die Verbindung von Halle nach Merseburg könnten einen Schub für den Radverkehr in Halle und in die Region bringen.
Hier sieht der ADFC große Potentiale für direkte separierte Radverkehrsverbindungen.
Wer in Halle mehr Menschen für den Radverkehr gewinnen will, muss derartige attraktive Verbindungen schaffen. Wie sehr solche Verbindungen gewünscht werden zeigt z. B. die große Beliebtheit der Hafenbahntrasse.
Volker Preibisch
Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 160.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund
ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

6 comments on “ADFC Halle (Saale) widerspricht dem Bau- und Umweltdezernenten der Stadt”

  1. 160001 Mitglieder sind auch schon mehr als 160000.
    Und es steht dem ADFC doch frei, diese Trasse selbst zu beantragen und zu bauen… leicht bei 160000 Mitgliedern. Einmalige Umlage erstellen und dann steht das Ding. Ohne Fördermittel der Allgemeinheit.

  2. Du baust dir deine Straßen sicher auch selber.

    Ob es die Brücke als Fahrradquerung braucht? Mal ehrlich. Im Vergleich zu anderen Radwegebeziehungen in Halle gehören gerade die in den Süden zu den guten.

  3. Ich muß dem Bau-und Umweltdezernenten teilweise widersprechen, denn abgesehen von der gesonderten Problematik des Abrisses der gemeinsamen Fernwärme-und Fußgängerbrücke am Rosengarten, ist es durchaus möglich , einen Radschnellweg von der Merseburger Straße bis zur Anbindung an die Hafenbahntrasse am Thüringer Bahnhof zu realisieren.
    Dabei kann die für die Wartung der Fernwärmetrasse 63 vorhandene Wartungsstraße auf einen mindestens 3 m breiten Radschnellweg ausgebaut werden, der auch weiterhin nur von Wartungsfahrzeugen der EVH benutzbar sein muß. Dies kann durch entsprechende verschließbare Poller am Anfang und am Ende des Schnellweges garantiert werden.

  4. Hieße das dann auch für den ADAC (hat ja noch mehr Mitglieder) und die Mitglieder der entsprechenden Initiative im Rosengarten: „Einmalige Unterlage für die Vierspurigkeit der Merseburger Straße und die Aufweitung der Rosengartenbrücke erstellen und dann steht das Ding? Ohne Fördermittel der Allgemeinheit?

  5. ADFC, was sagen sie zu meinem Trassenvorschlag, zumindestes in einem 1.Abschnitt, den Radschnellweg von der Ostseite der Rosengartenbrücke bis zur Hafenbahntrasse zu realisieren?

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