Halle, 20. August 2025 – Ab Freitag müssen sich die Autofahrerinnen und Autofahrer in Halle auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Grund ist die Sanierung von sechs Brücken der Hochstraße, die nach mehr als fünf Jahrzehnten gravierende Schäden zeigen. Risse und sogenannter „Beton-Krebs“ machen einen vollständigen Abriss und Neubau notwendig.
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, beginnen am 22. August zunächst Markierungsarbeiten und Fahrbahnsperrungen. Ab Montag, 25. August, wird die Baustelle am Rennbahnkreuz eingerichtet. Der Abriss der ersten Brücke erfolgt Anfang September – bewusst erst nach dem Laternenfest, um die traditionsreiche Großveranstaltung nicht zusätzlich zu belasten.
Eine Vollsperrung der Bundesstraße 80 ist nach Angaben von Baudezernent René Rebenstorf nicht vorgesehen. „Wir kommen mit den beiden Richtungsfahrbahnen soweit zurecht, dass die Baustellen durchgeführt werden können und der Verkehr trotzdem mit gewissen Einschränkungen weiterläuft“, erklärte er gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT.
Die gesamte Maßnahme ist auf eine Bauzeit von rund anderthalb Jahren angelegt. Erst 2027 soll der Verkehr wieder vollständig normal fließen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 11 Millionen Euro und werden aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes für die Unterhaltung von Bundesstraßen gedeckt.
Die betroffenen Brücken wurden vor mehr als 55 Jahren erbaut – mit demselben Spannstahl, der auch an der Dresdner Carolabrücke zum Einsatz kam. Nach deren Einsturz im September 2024 erfolgte eine bundesweite Überprüfung, bei der auch in Halle schwerwiegende Schäden entdeckt wurden. Nun beginnt die wohl größte Brückensanierung der Saalestadt seit Jahrzehnten.
Stichwor: Halle, H