Anlässlich des 80. Gründungsjubiläums der DEFA findet am 21. und 22. Mai 2026 in Halle (Saale) ein wissenschaftliches Symposium zur Rolle von Literaturverfilmungen in der DDR statt. Veranstaltet wird die Tagung vom Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit dem Filmkurator Paul Werner Wagner. Austragungsort ist das Puschkino.
Die DEFA, gegründet 1946 in Potsdam-Babelsberg, produzierte bis 1992 mehr als 700 Spielfilme und prägte damit maßgeblich die Filmkultur der DDR. Literaturverfilmungen nahmen innerhalb dieser Produktion eine zentrale Stellung ein. Das Symposium greift diesen Aspekt auf und untersucht das Zusammenspiel von Literatur und Film als Ausdruck kultureller und politischer Entwicklungen.
Im Rahmen der Veranstaltung beleuchten Vorträge und Diskussionen die Bedeutung literarischer Vorlagen, deren filmische Umsetzung sowie die Rezeption der Werke im In- und Ausland. Ergänzt wird das Programm durch Filmvorführungen, darunter Der Untertan und Der geteilte Himmel, die im Anschluss gemeinsam diskutiert werden.
Nach Angaben der Veranstalter ist das Interesse an Themen der DDR-Kulturgeschichte auch international weiterhin groß. Für das Symposium wurden daher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Ländern, darunter den USA, Frankreich und Großbritannien, eingeladen.
Neben filmhistorischen Analysen stehen auch Fragen der kulturellen Erinnerung im Fokus. Podiumsdiskussionen widmen sich der Pflege des DEFA-Filmerbes sowie den künstlerischen Strategien bei der Adaption literarischer Werke für das Kino.
Das Symposium ist Ergebnis einer mehrsemestrigen Kooperation zwischen Universität, Filmwissenschaft und kultureller Praxis. Ziel ist es, zentrale Aspekte der DDR-Kultur sowohl der akademischen Forschung als auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.