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7.000 Jahre alte Bibergrube bei Alsleben gibt Hinweise auf frühe Pelzgewinnung

Bei archäologischen Untersuchungen im Salzlandkreis im Vorfeld des Baus der Stromtrasse SuedOstLink ist bei Alsleben ein außergewöhnlicher jungsteinzeitlicher Befund dokumentiert worden. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) untersuchte eine rund 80 Zentimeter große Grube, die auf die Zeit zwischen 4935 und 4787 v. Chr. datiert wurde und damit in die Stichbandkeramische Kultur gehört.

In der Verfüllung der Grube fanden sich ausschließlich Knochen von Bibern. Insgesamt konnten mindestens zwölf Individuen nachgewiesen werden. Die Überreste sind gut erhalten und stammen aus unterschiedlichen Altersklassen, von jungen bis zu älteren Tieren. Der anatomische Zusammenhang fehlt, was darauf hindeutet, dass die Tiere bereits skelettiert in die Grube gelangten.

Die Forschenden gehen davon aus, dass die Biber im Umfeld der Saale gejagt wurden. Die Konzentration der Knochen in einem einzigen Befund spricht für eine einmalige Deponierung. Nach derzeitiger Interpretation wurden die Tiere vermutlich zur Gewinnung von Pelzen erlegt, gehäutet und anschließend verarbeitet. Die später entsorgten Knochen könnten auf eine gezielte Abfallablagerung nach der Fellverarbeitung hinweisen.

Ein in der Grube gefundenes Feuersteinartefakt sowie die radiokarbondatierte Einordnung unterstützen die frühe zeitliche Einordnung des Befundes. Der Fund liefert damit Hinweise auf spezialisierte Jagd- und Verarbeitungspraktiken im frühen Neolithikum sowie auf die Bedeutung von Tierpelzen für Kleidung und Alltagsgebrauch in dieser Zeit.

Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit archäologischen Begleitmaßnahmen zum SuedOstLink, der im Bereich Sachsen-Anhalt unter anderem durch Altsiedelland mit zahlreichen bekannten Fundstellen verläuft.

Quelle: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA), archäologische Untersuchungen im Zuge des SuedOstLink-Projekts

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