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53 Drogentote in Sachsen-Anhalt – Zahl der Opfer illegaler Substanzen deutlich gestiegen

Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen hat in Sachsen-Anhalt einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Landesamt anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch (26. Juni) mitteilte, starben im Jahr 2023 insgesamt 53 Menschen an den Folgen des Missbrauchs illegaler Substanzen – 7 Frauen und 46 Männer. Das sind 22 mehr als im Vorjahr und sogar 33 mehr als noch vor zehn Jahren.

Hauptursache für die Todesfälle war eine Überdosierung: 34 Menschen verloren dadurch ihr Leben, darunter 3 Frauen. Vier dieser Fälle wurden als Suizide gewertet – ein erschütterndes Zeugnis der Hoffnungslosigkeit, in die Betroffene geraten können. Weitere 19 Personen starben an den Spätfolgen langjährigen Drogenmissbrauchs oder unter dem Einfluss von Entzugserscheinungen.

Die Analyse der Todesfälle zeigt ein deutliches demografisches Muster: Drei Viertel der Verstorbenen waren männlich, und der Großteil stammte aus der Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen. In den Jahren 2013 bis 2018 lag der Schwerpunkt hingegen bei den 25- bis 35-Jährigen. Der Wandel deutet darauf hin, dass sich die Betroffenen oft über Jahre hinweg in der Abhängigkeit befinden – und dass Prävention wie Ausstiegshilfen vielfach zu spät greifen.

Trotz des Anstiegs bei illegalen Substanzen bleibt die Zahl der Toten durch legale Drogen weit höher. Im Jahr 2023 starben allein 772 Menschen in Sachsen-Anhalt an alkoholbedingten Krankheiten, mehr als das 14-Fache der Todesfälle durch illegale Drogen. Die meisten dieser Betroffenen wurden zwischen 1948 und 1963 geboren.

Auch im Bereich der stationären Behandlungen dominieren legale Suchtmittel: Über 7.000 Männer und rund 2.300 Frauen wurden wegen Abhängigkeit von psychotropen Substanzen in Krankenhäusern behandelt – darunter mehr als 7.000 wegen Alkohol. Im Vergleich zu 2013 ist die Zahl der Klinikbehandlungen zwar rückläufig, doch der Bedarf an Therapie bleibt hoch: Über 600 Betroffene wurden zusätzlich in Vorsorge- oder Reha-Einrichtungen betreut.

Die Statistik unterstreicht nicht nur die Dringlichkeit des Kampfes gegen Drogenmissbrauch, sondern auch die Notwendigkeit, den Blick nicht nur auf die Illegalität einer Substanz zu richten. Denn legale Drogen wie Alkohol und Tabak fordern in der Realität weit mehr Menschenleben.


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