Der diesjährige MXGP of Germany hat die Erwartungen von Veranstaltern und Fans erfüllt. Insgesamt 31.068 Zuschauer strömten am vergangenen Wochenende in den Teutschenthaler Talkessel und erlebten hochklassigen Motorsport, spannende Rennen und eine wichtige Zukunftsentscheidung für den deutschen Motocross-Sport. Der gastgebende MSC Teutschenthal konnte gleichzeitig sein 60-jähriges Vereinsjubiläum feiern.
Für die wohl größte Nachricht des Wochenendes sorgte jedoch nicht allein das Renngeschehen. Der WM-Promoter Infront Moto Racing und der MSC Teutschenthal verlängerten ihre Zusammenarbeit vorzeitig um weitere zehn Jahre. Damit bleibt die traditionsreiche Strecke bei Halle mindestens bis weit in die 2030er Jahre Austragungsort des deutschen Laufs zur Motocross-Weltmeisterschaft.
Lucas Coenen dominiert die Königsklasse
Sportlich stand in der MXGP-Klasse der Belgier Lucas Coenen im Mittelpunkt. Der Fahrer des Teams Red Bull KTM Factory Racing gewann beide Wertungsläufe und feierte damit einen souveränen Grand-Prix-Sieg. Bereits im ersten Rennen setzte er sich vor Tim Gajser aus Slowenien und den Spanier Ruben Fernandez durch.
Im zweiten Lauf ließ Coenen ebenfalls nichts anbrennen und fuhr einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus. Während mehrere Titelkandidaten mit Problemen kämpften, baute der Belgier seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter aus. Hinter ihm belegte der Niederländer Jeffrey Herlings Rang zwei der Tageswertung, Dritter wurde Ruben Fernandez.
Coenen lobte nach dem Rennen ausdrücklich die Arbeit des Veranstalters. Die neu aufgebrachte Erde habe für gute Streckenbedingungen gesorgt und sei ein wichtiger Beitrag für attraktive Rennen in Teutschenthal gewesen.




Deutsche Fahrer überzeugen vor heimischem Publikum
Besonders gefeiert wurden die deutschen Fahrer. Zehn der elf gestarteten Wildcard-Piloten qualifizierten sich für die Hauptrennen.
Bester Deutscher war erneut Tom Koch aus Thüringen. Mit den Plätzen zwölf und 17 sammelte er wichtige WM-Punkte und zeigte sich nach dem Rennen zufrieden. Vor allem die Atmosphäre im Talkessel hob er hervor. Die Begeisterung der Zuschauer sei außergewöhnlich und mache Teutschenthal zu einem der stimmungsvollsten Grands Prix im gesamten WM-Kalender.
Auch Noah Ludwig aus Aschersleben und Maximilian Spies aus Ortrand fuhren in beiden Läufen in die Punkteränge. Gemeinsam mit weiteren deutschen Teilnehmern wurden sie nach Rennende von den Fans am berühmten „Hang der Nationen“ gefeiert.
Spannendes Duell in der MX2-Klasse
In der Nachwuchsklasse MX2 lieferten sich der Belgier Sasha Coenen und der Franzose Mathis Valin ein Duell auf Augenhöhe. Beide gewannen jeweils einen Lauf und belegten im anderen Rennen Platz zwei.
Da bei Punktgleichheit das bessere Ergebnis im zweiten Lauf entscheidet, sicherte sich Valin den Gesamtsieg des Grand Prix. Sasha Coenen wurde Zweiter, der Südafrikaner Camden Mc Lellan komplettierte das Podium.
Für den deutschen Weltmeister Simon Längenfelder verlief das Wochenende weniger erfolgreich. Nach Rang acht im ersten Lauf gelang ihm mit Platz drei im zweiten Rennen zwar Schadensbegrenzung, die WM-Führung musste er jedoch an Sasha Coenen abgeben.
Daniela Guillen gewinnt bei den Frauen
In der Frauen-Weltmeisterschaft WMX setzte sich die Spanierin Daniela Guillen durch. Nach ihrem Sieg am Samstag gewann sie auch den zweiten Lauf am Sonntag und sicherte sich damit souverän den Gesamterfolg.
Platz zwei ging an die Italienerin Kiara Fontanesi. Dritte wurde die Niederländerin Shana van der Vlist. Beste deutsche Fahrerin war erneut Larissa Papenmeier, die beide Rennen auf Rang sieben beendete.
Planungssicherheit bis in die 2030er Jahre
Mit besonderem Stolz blickte der MSC Teutschenthal auf die verkündete Vertragsverlängerung. Vereinschef Jens-Uwe Jahnke sprach von einer großen Freude und einem wichtigen Vertrauensbeweis.
Geschäftsführer Andreas Kosbahn kündigte an, die zusätzliche Planungssicherheit für weitere Investitionen in die Infrastruktur zu nutzen. Die Strecke, die Zuschauerbereiche sowie die Arbeitsbedingungen für Fahrer, Teams und Medienvertreter sollen kontinuierlich verbessert werden. Ziel sei es, Teutschenthal dauerhaft als „Heimstätte des deutschen Motocross“ zu etablieren.
Nach einem Wochenende voller Spitzensport, begeisterter Fans und wegweisender Entscheidungen steht fest: Der Talkessel bleibt auch in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Schauplätze des internationalen Motocross-Sports.