Halle (Saale). In Sachsen-Anhalt lebten im Jahr 2025 rund 270.000 Familien mit mindestens einem Kind, während 346.000 Paargemeinschaften ohne Kinder und 513.000 Alleinstehende gezählt wurden. Damit bleiben Alleinstehende mit 45,5 Prozent die häufigste Lebensform im Land. Das geht aus den ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 hervor, die das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt am Donnerstag veröffentlichte.
Von den Familien lebten 68,8 Prozent als Paar mit Kindern zusammen, während 31,2 Prozent der Familien alleinerziehend waren. Insgesamt bestanden 51,1 Prozent aller Familien aus verheirateten Eltern, 31,2 Prozent aus Alleinerziehenden und 17,7 Prozent aus unverheirateten Lebensgemeinschaften mit Kindern.
Im Vergleich zu 2015 ging der Anteil verheirateter Eltern leicht zurück – damals machten Ehepaare noch 54,3 Prozent aller Familien aus. Gleichzeitig stieg der Anteil der Alleinerziehenden von 28,7 auf 31,2 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung der Ehe bei Familien mit Einwanderungsgeschichte. Von den rund 33.000 Familien, in denen beide Eltern eine Einwanderungsgeschichte haben, waren 64,7 Prozent verheiratet. Bei Familien ohne Einwanderungsgeschichte lag dieser Anteil bei 48,3 Prozent. Rund 10.000 Alleinerziehende mit Einwanderungsgeschichte lebten 2025 in Sachsen-Anhalt.
In den 270.000 Familien lebten insgesamt 422.000 Kinder – rund 21.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Ein Viertel der Kinder (105.000) war bereits volljährig, darunter 37.000 im Alter von mindestens 27 Jahren, die weiterhin im Elternhaus lebten.
Auch die Geschwisterkonstellationen haben sich verändert. 37,3 Prozent der Kinder lebten ohne Geschwister im Haushalt, 39,9 Prozent mit einem Geschwisterkind und 22,8 Prozent mit mindestens zwei Geschwistern. Gegenüber 2015 ist insbesondere der Anteil größerer Familien gestiegen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Zahl der Familien mit Kindern in Sachsen-Anhalt über die vergangenen zehn Jahre weitgehend stabil geblieben ist, während Alleinstehende weiterhin die häufigste Lebensform darstellen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kinder in den Familien, und größere Geschwisterkonstellationen kommen häufiger vor als noch vor einem Jahrzehnt.
Der Mikrozensus ist eine jährliche Stichprobenerhebung bei rund einem Prozent der Privathaushalte in Deutschland. Als Familie gelten dabei alle Eltern-Kind-Gemeinschaften – unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet, unverheiratet oder alleinerziehend sind. Berücksichtigt werden leibliche Kinder ebenso wie Stief-, Pflege- und Adoptivkinder.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 184/2026 vom 16. Juli 2026.