Anstieg der Einbürgerungen um mehr als ein Drittel – Mehrheit aus Syrien – Halle erneut Spitzenreiter
Im Jahr 2024 erhielten insgesamt 2 813 Menschen ausländischer Herkunft die deutsche Staatsangehörigkeit in Sachsen-Anhalt – das entspricht einem Anstieg von 34,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lag der Männeranteil bei 55,9 Prozent (1 572 Personen), der Frauenanteil bei 44,1 Prozent (1 241 Personen).
Mit einem Anteil von 68,3 Prozent stammte die Mehrheit der Eingebürgerten ursprünglich aus asiatischen Staaten. Besonders häufig eingebürgert wurden auch 2024 Menschen syrischer Herkunft: Mit 1 468 Personen stehen sie im fünften Jahr in Folge an der Spitze. Zwar fiel der Zuwachs hier mit 4,5 Prozent moderat aus, doch ist der Trend weiterhin deutlich: Viele syrische Schutzsuchende, die zwischen 2014 und 2016 einreisten, erfüllen inzwischen die Voraussetzungen zur Einbürgerung.
Zu den weiteren häufig vertretenen Herkunftsländern zählen die Ukraine (162 Personen), Russland (134) sowie Afghanistan (101). Insgesamt waren in der Statistik 92 verschiedene Staatsangehörigkeiten vertreten.
Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass 29,2 Prozent der Eingebürgerten unter 18 Jahre alt waren, 33,9 Prozent gehörten der Altersgruppe von 18 bis unter 35 an. Ein großer Teil der Einbürgerungen (50,1 Prozent) erfolgte auf Grundlage von § 10 Absatz 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes, das seit kurzem eine Verkürzung der erforderlichen Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre ermöglicht. Weitere 30,6 Prozent entfielen auf sogenannte Miteinbürgerungen von Ehepartnern und minderjährigen Kindern.
Halle (Saale) bleibt mit 601 Einbürgerungen Spitzenreiter unter den kreisfreien Städten, dicht gefolgt von Magdeburg (576) und Dessau-Roßlau (166). Den größten prozentualen Zuwachs verzeichneten die Landkreise Harz (+438,1 Prozent) und Börde (+422,2 Prozent). Am niedrigsten war die Zahl im Altmarkkreis Salzwedel mit 63 Einbürgerungen.