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1,26 Millionen Euro für die Zukunft: Sachsen-Anhalt fördert Chip-Forschung am Fraunhofer IMWS

Minister Willingmann überreicht Förderbescheid – Sachsen-Anhalt wird Teil europäischer Chip-Offensive

Sachsen-Anhalt setzt ein deutliches Zeichen für die technologische Zukunft Europas: 1,26 Millionen Euro stellt das Land dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle zur Verfügung – zur gezielten Förderung der Mikroelektronikforschung. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte am Freitag persönlich den Förderbescheid.

Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit“, betonte Willingmann bei der Übergabe. „Sie beeinflusst zentrale Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, grüne Energie und digitale Kommunikation. Unser Ziel ist klar: Sachsen-Anhalt soll sich als führender Standort für Zukunftstechnologien etablieren.

Die Förderung dient der präzisen Defekterkennung und Zuverlässigkeitsanalyse von Elektronikbauteilen – ein entscheidender Baustein zur Unterstützung der europaweiten APECS-Initiative („Advanced Packaging and heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems“). Diese sogenannte APECS-Pilotlinie ist Teil der europäischen Chip-Strategie und wird im Rahmen des EU-Chips-Acts mit 730 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, Industrie, Mittelstand und Start-ups den Zugang zu High-End-Chiptechnologien zu erleichtern.

APECS konzentriert sich insbesondere auf sogenannte Chiplets – kleine, modular kombinierbare Halbleiter, die sich wie ein Baukastensystem zu komplexen elektronischen Systemen zusammensetzen lassen. So können in kompakter Bauweise unterschiedliche Funktionen wie Prozessor, Speicher oder Sensorik integriert werden.

Langfristige Förderung geplant

Das Land denkt über die heutige Zuwendung hinaus: Bereits für 2026 sind weitere 2,5 Millionen Euro aus Landesmitteln für das Fraunhofer IMWS in Planung. Willingmann betonte, dass mit der Beteiligung an APECS nicht nur Forschung gefördert, sondern auch wirtschaftliche Wertschöpfung gesichert werde – ganz im Sinne des Strukturwandels in der Region.

Ein Standort mit Ambition

Mit dem Fraunhofer IMWS als Partner stärke Sachsen-Anhalt seine Rolle als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie, so der Minister. Europa ringe derzeit um seine technologische Souveränität – die Förderung aus Halle sei dabei ein wichtiger Mosaikstein, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Chip-Produzenten zu reduzieren.

Mit dieser Investition bekräftigt Sachsen-Anhalt seine Ambition, nicht nur Rohstoffe der Zukunft zu fördern, sondern geistige Ressourcen zu aktivieren – zugunsten einer leistungsfähigen, eigenständigen und europäischen Mikroelektronikindustrie.


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