Wolfgang Aldag wirft sich vor die Wölfe

9. Januar 2017 | Nachrichten | 7 Kommentare

Bezugnehmend auf das Interview der Mitteldeutschen Zeitung vom 5.01.2017 mit dem Zoodirektor des Halleschen Bergzoos, Dennis Müller und dem nachfolgenden Bericht zu Äußerungen des Bundesagrarministers Christian Schmidt am 7.01.2017 zur beschränkten Abschussfreigabe für Wölfe, ruft der umweltpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Aldag, zu einer differenzierten Diskussion auf.

Wolfgang Aldag

Wolfgang Aldag

Beschränkte Abschussfreigabe für Wölfe?

„Zum jetzigen Zeitpunkt pauschal eine beschränkte Abschussfreigabe zu erteilen, halten wir Grüne für den falschen Weg. Vielmehr gilt es, durch ein gezieltes und flächendeckendes Wolfsmonitoring die im Land lebenden Tiere genau zu beobachten und ihr Verhalten zu studieren. Deshalb brauchen wir auch in Sachsen-Anhalt ein Wolfskompetenzzentrum. Hier müssen alle Informationen zu den im Land lebenden Wölfen erfasst und ausgewertet werden. Gleichzeitig muss dieses Kompetenzzentrum auch Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger und für Landwirte sein, um Informationen zu Verhaltensmaßnahmen im Umgang mit dem Wolf zu erhalten.“

„Es gilt nicht nur ausschließlich über Abschussfreigaben zu diskutieren, sondern insbesondere darum, wie wir mit dem Wolf zusammenleben. In dieser Diskussion muss es darum gehen, wie wir Hütebedingungen für unsere Nutztiere den neuen Gegebenheiten anpassen. Hilfreich kann es beispielsweise auch sein, passende Hunderassen als Hütehunde zuzulassen und selbstverständlich geht es auch darum, geschädigte Viehhalter ausreichend für den Verlust gerissener Tiere zu entschädigen.“

„Wir wollen differenziert auf das Thema Wolf blicken und das Thema genau und mit Fingerspitzengefühl beobachten. Letztendlich muss natürlich auch die Diskussion über einen Abschuss geführt werden, wenn Wölfe besonders auffällig sind und potentielle Gefahr für den Mensch darstellen. Dies kann und darf aber nur der begründete Einzelfall sein. Eine generelle beschränkte Abschussfreigabe auf Grund der Anzahl der Wölfe, die als streng geschützte Tierart gelten, halte ich für nicht sachdienlich.“

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