GWG-Neubau an der Dölauer Heide: Kritik von Einwohnern

18. Oktober 2013 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Nach der HWG mit dem Regierungspräsidium hat nun auch das zweite städtische Wohnungsunternehmen Ärger mit künftigen Nachbarn. Die GWG will am Rande der Dölauer Heide in Halle (Saale) ein neues Wohngebiet errichtet werden.

„Das Vorgehen der Stadt in diesem Zusammenhang wirft einige kritische Fragen auf, steht doch das geplante Projekt in der Art und Weise und vor allem mit den geplanten Bauhöhen (Vier-Geschossigkeit) im krassen Widerspruch zum Baugesetzbuch, welches ein an der umliegenden Bebauung orientiertes Vorgehen bei der Planung von Neubauprojekten vorsieht“, teilte ein Anwohner gegenüber HalleSpektrum.de. Das hat auch schon die Stadt im Vorfeld erkannt und hat sich für ein Bauleitplanverfahren entschieden, um für das Gebiet einen Bebauungsplan zu verabschieden. Am 28.10.2013 um 18:30 Uhr findet nun dazu in Halle-Dölau im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in der Franz-Mehring-Straße 9b eine Informationsveranstaltung statt. Dort dürfte sich die Kritik der Nachbarn entladen. Denn sie fürchten mehr Autos in ihrem Wohngebiet sowie steigende Mieten. Auch Kita und Schule sind schon jetzt vor.

Die GWG befindet sich derzeit in der Vorplanung, will 50 bis 55 Wohnungen in insgesamt sechs Neubauten schaffen. Unter dem Komplex ist eine Tiefgarage vorgesehen. Geplant ist auf dem Gelände auch ein Kinderspielplatz. Dieser soll direkt neben dem Regenrückhaltebecken entstehen. Das dürfte vor allem mit Blick auf vergangene Unglücke Sorgenfalten bei Eltern aufwerfen. Laut GWG soll aber eine Absturzsicherung eingebaut werden. Wann genau Baustart ist und wie viel investiert werden, steht noch nicht fest.

Für das Gebäude des Heideschlösschens auf dem Areal des geplanten Wohngebiets gibt es keine Hoffnung, es soll abgerissen werden.Das Heideschlösschen wurde 1870 erbaut. Viele Jahre diente es als Gaststätte, Kino und Tanzsaal. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich hier die russische Kommandantur. Zu DDR-Zeiten waren eine Apotheke und eine Bibliothek untergebracht. Zwischenzeitlich hatte hier auch das Umweltamt seinen Sitz, bevor der Komplex leergezogen und dem Verfall preisgegeben wurde. 2011 hatte die GWG das Areal erworben.

Übrigens sieht auch die Stadtverwaltung positive und negative Punkte in dem Vorhaben. Als Pro wird bewertet, dass ein brach liegendes Grundstück für eine attraktive Nutzung in einem nachgefragten Stadtteil reaktiviert werden kann. „Differenzierte Wohnformen sollen das Angebot in Dölau komplementieren, ohne dass neue Flächen ausgewiesen und versiegelt werden müssen“, heißt es in einer Stellungnahme. Als Contra-Argument führt die Verwaltung an, dass die angestrebte Bebauung mit 50 bis 55 Wohneinheiten ist in dieser Konzentration für Dölau nicht typisch ist und zu einer weiteren städtebaulichen Verdichtung am Rand der Dölauer Heide mit den zu untersuchenden Folgen führt.

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