Wissenschaftsnacht: OP-Roboter, surfende Kühlschränke und begehbares Lungenmodell

27. Juni 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

In einer Woche steigt in Halle (Saale) die „Lange Nacht der Wissenschaften“. Viele Einrichtungen, zum Beispiel Forschungslabore, öffnen am 4. Juli 2014 ihre Pforten.
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Die Hallenser können auch bei der 13. Auflage wieder viel erleben. Mehr als 350 Veranstaltungen wird es geben. Uni-Rektor Udo Sträter verspricht zum Beispiel Schauexperimente. 9 verschiedene Themenrouten wurden initiiert. In der Uniklinik können die Interessierten sich beispielsweise den OP-Roboter Da Vinci erläutern lassen. Auch Blicke in einen Rettungshubschrauber sind möglich. In der Zweigbibliothek der Geowissenschaften findet eine brasilianische Nacht unter dem Motto „Willkommen in Brasilien“ statt. Die Theologen berichten über Fußball und Religion, wie die „Hand Gottes“ Maradonna. Außerdem gibt es mehrere Orte, an denen die Fußball-WM gezeigt wird. Am Uniplatz wird wieder eine Bühne mit Livemusik aufgebaut. Highlight ist wieder das Feuerwerk um 22.45 Uhr. Diesmal sollen geometrische Formen dargestellt werden. „Das wird mit Sicherheit wieder spannend“, verspricht Sträter. Und Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand erklärt, man wolle mit der Aktion die Wissenschaft in die Bevölkerung tragen.

In diesem Jahr wird der Hashtag #lndwhalle zudem für Facebook und Twitter eingeführt. Am Uniplatz werden dabei sämtliche Posts mit diesem Hashtag über eine Leinwand dargestellt.

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Auch das Diakoniekrankenhaus Halle ist dabei. Dort zeigt man zwischen 18 und 22 Uhr ein begehbares Lungenmodell. Das Modell wiegt knapp eine halbe Tonne und ist fast zweieinhalb Meter hoch, zwei Meter breit und fünf Meter lang. Allein durch seine Ausmaße ermöglicht es unerwartete Eindrücke vom Aufbau und der Funktion des lebenswichtigen Organs. Zudem werden zahlreiche Krankheitsbilder dargestellt. Medizinisches Personal des Lungenkrebszentrums DIAKO wird vor Ort sein und für Erläuterungen zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zur Langen Nacht der Wissenschaften Rundgänge durch den Operationsbereich sowie diverse Stationen zum Ausprobieren und Mitmachen. Unter anderem wird demonstriert, wie eine Bronchoskopie funktioniert und was ein Lungenfunktionstest ist. Geschicklichkeit kann bei einem Training bewiesen werden, welches Medizinstudierende absolvieren um minimal invasive Operationstechniken zu üben. Kurze Vorträge widmen sich Themen wie: Wie bereite ich mich medizinisch auf eine Fernreise vor? Was passiert bei einer Schilddrüsen-OP? Und: Wie arbeitet das zertifizierte Darmzentrum? Auch für junge Gäste ist gesorgt. Im Radiologischen Zentrum werden unter anderem CT-Untersuchungen an Kuscheltieren durchgeführt und in der Physiotherapieabteilung stehen ein Trampolin und eine kleine Kegelbahn bereit. Der Abend wird eröffnet mit einem Konzert in der Kirche des Diakoniewerks. Um 18:30 Uhr spielt das Trio Reuss Kammermusik auf Querflöte, Bratsche und Cembalo.

Leopoldina
Kühlschränke bestellen Lebensmittel, Waschmaschinen waschen dann, wenn der Strom billig ist, und Autos geben untereinander Informationen über Staus weiter: Mit dem „Internet der Dinge“ könnte dies in Zukunft selbstverständlich werden. Dahinter steckt die Vision, dass technische Geräte „intelligent“ werden, sich Informationen selbst beschaffen und miteinander und mit ihren Nutzern kommunizieren. Das kann unser Leben bequemer machen. Was aber, wenn Hacker Daten ausspähen oder Geräte manipulieren? Wie abhängig wollen wir uns vom Funktionieren der Technik machen? Und wie tief sollen die Einblicke in unsere Privatsphäre sein, die wir beim Nutzen vernetzter Gegenstände bieten? Um Fragen wie diese geht es im Wissenschaftlichen Nachtcafé am Freitag, 4. Juli 2014, um 21 Uhr im Vortragssaal der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle(Saale) im Rahmen der Leopoldina-Nacht 2014. Der Eintritt ist frei. Folgende Expertinnen und Experten diskutieren mit dem Publikum: Prof. Anja Feldmann, Ph.D., Technische Universität Berlin, Expertin für Netztechnologien und Leopoldina-Mitglied; Volker Stollorz, freier Wissenschaftsjournalist. Die Moderation übernimmt Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog.

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