Wenn Puppen Wissenschaftler befragen: Leopoldina feiert Puppentheater-Jubiläum

22. April 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Unter dem Motto „Doppelgänger“ feiert das Puppentheater in Halle (Saale) in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Viele Institutionen aus der Saalestadt machen beim Festprogramm von 25. April bis 4. Mai mit, so auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Die Akademie beteiligt sich mit drei Veranstaltungen: einem „Science-Dating“, der Talkrunde „Puppen fragen – Wissenschaftler antworten“ und einem Podiumsgespräch zum Thema „Menschen, Puppen und Roboter“.
Leopoldina
Ein „Science-Dating“ mit fünf Wissenschaftlern zum Thema „Doppelgänger in uns – Doppelgänger um uns“ findet am Sonntag, 27. April, von 20:00 bis 21:30 Uhr im Hauptsitz der Leopoldina am Jägerberg 1 in Halle statt. Hier geht es um Fragen wie: Worin besteht die Faszination des Doppelgänger-Motivs in Kunst und Literatur? Warum sind eineiige Zwillinge zwar körperliche Dopplungen, haben aber dennoch zwei verschiedene individuelle Wesen? Wie war das, als durch die Vervielfachung von Molekülen die Grundlage von Leben auf der Erde entstand? Nach einem Einführungsvortrag des Magdeburger Neurowissenschaftlers Prof. Dr. Gerald Wolf können die Dating-Besucher mit Wolf und vier weiteren Wissenschaftlern in kleinen Runden diskutieren. Gesprächspartner sind Prof. Dr. Robert Schnepf (Philosophie), Dr. Ralf Otte (Systemtheorie des Geistes, Quantenwelt), PD. Dr. med. Axel Genz ( Psychiatrie) und Prof. Dr. Olaf Peters (Kunstgeschichte).

„Puppen fragen – Wissenschaftler antworten” heißt die Talkrunde, die die Leopoldina am Donnerstag, 1. Mai, 18:00 bis 19:30 Uhr, in den Franckeschen Stiftungen in Halle veranstaltet. Ausgangspunkt des wissenschaftlich-künstlerischen Experiments sind zwei Puppen die beginnen, über sich selbst nachzudenken. Sie fragen sich, welche Rolle ihnen zukommen würde, wenn nicht sie die Inszenierung sind, sondern die Welt, die sie umgibt. Was wäre, wenn die Puppen Zuschauer eines Welttheaters voller Menschen wären? Den Fragen der von Lars Frank und Nils Dreschke gespielten Puppen stellen sich die Mainzer Juniorprofessorin für Englische Literatur und Kultur, Dr. Sibylle Baumbach, und der Komponist und Musikwissenschaftler an der Folkwang-Universität Essen, Dr. Gordon Kampe.

Am Sonntag, 4. Mai, 11:00 bis 12:30 Uhr, lädt die Leopoldina in ihren Hauptsitz am Jägerberg 1 in Halle zum Festgespräch „Von Menschen, Puppen und Robotern“ ein. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion steht die Frage, warum wir uns virtuellen Figuren, Robotern und Puppen oftmals so gegenüber verhalten, als würden sie über Emotionen verfügen. Studien haben ergeben, dass wir beispielsweise im direkten Kontakt mit Robotern erwarten, dass sie auf uns und unsere Stimmung „richtig“ reagieren, dass sie uns „verstehen“. Podiumsgäste sind Prof. Dr. Elisabeth André (Informatik) und Prof. Dr. Hannes Rakoczy (Psychologie). Es moderiert Prof. Dr. Gunnar Berg, Vizepräsident der Leopoldina.

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