Montagsdemo: Zuspruch sinkt weiter

16. Juni 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Es war eine starke Konkurrenz, gegen die die Montagsdemo auf dem halleschen Marktplatz am Montagabend antrat. Zur gleichen Zeit spielte Deutschland gegen Portugal. Und so fanden sich nur gut 30 Hallenser zusammen, um sich an Demo oder Gegendemo zu beteiligen.

Los ging es mit einem Zitat des chinesischen Philosophen Laotse. „Damit es Frieden in der Welt gibt, müssen die Völker in Frieden leben. Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt, dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben. Damit es Frieden in den Städten gibt, müssen sich die Nachbarn verstehen. Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt, muss im eigenen Haus Frieden herrschen. Damit im Haus Frieden herrscht, muss man ihn im eigenen Herzen finden.“

Im Zentrum der Kritik stand diesmal Bundespräsident Joachim Gauck, der eine größere Bereitschaft Deutschlands zu Militäreinsätzen forderte. „Das hat mich betroffen gemacht“, sagte einer der Redner und verwies auf das Grundgesetz, was Angriffskriege mit deutscher Beteiligung verbiete. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bekam ebenfalls Kritik ab, weil dieser eine Aufrüstung der Ukraine forderte. Seit einer Wochen hätte die Region Slawjansk kein Strom und kein Wasser, die abgeschossenen Fallschirmjäger seien nicht zum Blumenpflücken da gewesen, auch der geplante Grenzzaun zwischen Russland und der Ukraine mit Minen war Thema der Reden. Einer der Redner ging auch auf die geringe Beteiligung ein. Das Volk sei dumm und ignorant, gucke liebe Fußball und saufe Bier.

Wenige Meter entfernt fand eine kleine Gegendemo statt. Vertreter aus der linken Szene beschallten von hier aus die Montagsdemo mit Technomusik. Sie werfen der Montagsdemo rechte Tendenzen sowie teilweise Antisemitismus vor.

Außerdem veranstaltete Sven Liebich (Ex-Blood&Honour) wieder seine eigene kleine Demo. Mit seinem bewusst mit Rechtschreibfehlern gespickten Plakat wollte er wieder Proteste gegen die Montagsdemo auf die Schippe nehmen. „Wir scheißen auf alle die nicht wie wir sint“, „Quärfront von Juttä“ und „Fracking bringt Wohlstand“ war da zu lesen.

Zuvor war Liebich der einzige Redner auf der städtischen Speakers Corner. Hier ging er kurz auf das Thema Fußball ein, was ja zweifelsohne geiler sei. „Aber woanders wird zeitgleich gestorben“, sagte er. Man dürfe nicht vergessen, was in der Welt passiere.

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