Montagsdemo wird zum Montags-Schauspiel

9. Juni 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

Pfingstmontag in Halle, 33 Grad im Schatten, die meisten Hallenser liegen am Badesee oder im Garten. Doch eine handvoll Leute fand sich Punkt 18 Uhr zur Montagsdemo „Für Frieden! Für ehrliche Medien! Für soziale Gerechtigkeit!“. Die Speakers Corner der Stadt direkt zuvor fand, wohl angesichts des Feiertags, nicht statt.

Doch auch die Montagsdemo entwickelte sich diesmal mehr zu schlechten Theaterstück. Etwa 30 Hallenser lauschten den Redebeiträgen.Im Internet werde man als Wahnwichtel diffamiert, meinte einer der Redner. „Aber was wir wirklich sind, sind Mahnwichtel. Denn wir sind hier um zu mahnen für den Frieden“, sagte er. Neben der Krise in der Ukraine ging es diesmal in den Redebeiträgen unter anderem um die geplante „Sonnensteuer“, also eine Abgabe für Solaranlagen an den Staat. Auch um die Ölgewinnung aus Fracking ging es. Ein Redner schimpfte über die Konsumgesellschaft, die die Menschen zu Unmenschen mache. Man sei für Freie Presse, „damit alle wissen was passiert.“ Eine junge Frau meinte dazu, sie finde es klasse, dass Journalisten gegen das System aufstehen und sagen, sie haben darauf keine Lust mehr, „uns aufklären, was tatsächlich Sache ist.“ Auch D-Rolf ergriff das Wort, „Bildet Banden“ rief er. Kurz ging er auch auf den Anschlag im pakistanischen Karachi ein. Noch vor wenigen Monaten war D-Rolf selbst dort.

Am Rande hatte sich der ehemalige Blood&Honour-Aktivist Sven Liebich eingefunden, um eine Gegendemo zu simulieren beziehungsweise ihre Aktivisten ins Lächerliche zu ziehen. „Alles Antisemiten“ und „Was in der Bild-Zeitung steht“ stimmt, rief er. „linkz jugent (solitar)“ stand auf seinem Plakat, „Gegendemo gegen alles, was die da drüben sagen.“

Die richtige Gegendemo mit Vertretern der Linksjugend fand etwas weiter oberhalb am Eingang zum Boulevard statt. Redebeiträge waren hier nicht zu hören, stattdessen wurde lautstarke Techno-Musik abgespielt. Fotografiert werden wollten die etwa 20 Teilnehmer jedoch nicht und schickten ihre „Aufpasser“ auf Fotografen los, denen sie zudem vorwarfen, der Montagsdemo anzugehören.

„Wahnwichtel“ also auf allen Seiten…

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